» Güner Yasemin Balci – Arabboy

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Originaltitel: Arabboy
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2010
Seiten: 288 Seiten
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3596182428
Preis: 8,95€
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Inhalt: Rashid, Sohn einer libanesisch-palästinensischen Familie, ist weder Deutscher noch Libanese oder Palästinenser, er ist ein »Arabboy«, so nennt er sich in den einschlägigen Chaträumen, die er und seine Kumpel mit selbstgemachten Gewalt-Clips versorgen. Sie gehorchen dem Gesetz der Straße, auf der sich jeder sein Recht nehmen muss. Wer das nicht kann, wird zum »Opfer« – er ist dem Lebenskampf nicht gewachsen. Mit Hilfe von Aabid, der es vom Flüchtlingsjungen zum »Mega-Checker« im Rotlichtmilieu gebracht hat, macht Rashid kriminelle Karriere, bis er durch seine Drogensucht die Kontrolle über sein Leben verliert. Ihn rettet seine Verhaftung. Im Gefängnis wartet er auf seine Abschiebung – und Deutschland, das so verhasste Land, wird für ihn zum Inbegriff aller Sehnsüchte.
Rezension: Ich sollte wirklich aufhören Bücher zu rezensieren, die sehr schwer zu rezensieren sind, wie eben Arabboy. Dieses Buch soll dem Leser den Alltag und die kriminelle Laufbahn eines Jugendlichen in Berlins Problemviertel Neukölln vor Augen führen. Ich wollte ein Buch lesen um das zu verstehen, aber offensichtlich habe ich mit diesem Buch voll ins Klo gegriffen. Denn so ganz herausgefunden, was mir die Autorin damit sagen will habe ich nicht.
Arabboy ist die Geschichte des Rashid A., der in jungen Jahren in einem Stadtteil Berlins, Neukölln auf die schiefe Bahn gerät. Es fängt mit kleinen Diebstählen und leichte Körperverletzung an, geht über misshandlung kleiner Kinder, Vergewaltigung, Zuhälterrei bis hin zu groß angelegten Raubzügen und systematischer Körperverletzung an Jedem, der ihm und seiner “Gang” zuwider sind. Rashid wächst in einem der unzähligen Problembezirke der Hauptstadt auf und wird schon als Kind von dieser Umgebung geprägt. Aber er ist doch selbst Schuld, wenn er sich davon leiten lässt. Es ist seine Entscheidung dermaßen kriminell zu werden und das, obwohl jeder in den schlimmsten Problembezirken immer eine Chance auf ein besseres Leben hat. vorallem hier in Deutschland. Mit einem simplen Hauptschulabschluss kann man letztendlich noch immer Arzt werden. Man muss sich nur hinsetzen und was dafür tun. Rashid findet Schule scheiße, Lehrer sind Opfer und Schüler, die was aus sich machen wollen und nicht in der allerletzten Gosse enden wollen wie er werden von ihm und seiner Gang, in der genau solche Looser sind wie Rashid abgezogen und verprügelt. Das finden sie ganz wunderbar ehrenvoll und neben all dem ehrenvollen Dingen, die sie tun vergewaltigt er mal eben eine junge Türkin, die Hure, die nicht verschleiert vor ihm über die Straße geht, auf dem Weg zum Kindergarten um ihre kleine Schwester abzuholen. Eine wirklich verquere Ansicht von “Ehre”.
Der korrekte Leser, der den Schwanz vor einer ehrlichen Meinung zu diesem Thema einzieht, weil es sich bei Rashid A. um einen Jugendlichen mit migrationshintergrund handelt würde sagen, dass dieses Buch ein Portrait eines zutiefst missverstandenen jungen Libanesen in Deutschland ist, der ja durch die gegeben Umstände verständlicherweise eine solch kriminelle Laufbahn eingeschlagen hat und dem man so unbedingt helfen muss, weil er ja eigentlich unschuldig ist. Was kann er schon dafür, so geworden zu sein? Ganz schlimm diese Sache.
Ich sehe das anders. Für mich ist Rashid nur einer der vielen kriminellen Jugendlichen in Deutschland, ob deutsch oder einer anderen Herkunft ist egal. Ich habe kein Mitleid mit einem Menschen, der anderen Menschen grundlos Schmerz und Leid zufügt, durch Diebstähle Existenzen zerstört, Frauen und Kinder misshandelt und vergewaltigt und wohl der größte Rassist der Welt ist. Ich verstehe ihn auch nicht und ehrlich gesagt habe ich, nachdem ich das Buch nun beendet habe auch keine Lust dazu solche Menschen auch nur ansatzweise zu verstehen.
Immerhin hat mich das Buch aber hin und wieder sehr zum Lachen gebracht habe, weil ich etwas in ihm gelesen habe, über das man einfach nur lauthals loslachen kann. Wie beispielsweise:
“Wer die Polizei unterstütze galt als Verräter der Ehre seiner Mutter [...]” S. 46
Letztendlich habe ich das Buch übrigens nicht komplett zu Ende gelesen. Nachdem im Buch die Verstümmelung eines Mannes mit einem Vorschlaghammer beschrieben wurde habe ich die nächsten Kapitel nur überflogen und bin zum Ende gekommen. Ich hatte wirklich keine Lust weiterhin meine kostbare Lesezeit mit diesem Menschen zu verbringen, der letztendlich nichteinmal eingesehen hat, was für eine große Scheiße er sein Leben lang verzapft hat.
Das Buch bekommt von mir einen Stern. Neben der Geschichte, die es beinhaltet und die eigentlich nur eine sinnfreie Aneinanderkettung brutaler Szenarien ist wies es leider nichtmal eine angenehme Schreibweise aus und die vielen Rechtschreibfehler haben mich wirklich genervt. Ich würde es nicht weiterempfehlen. Zu diesem Thema gibt es ganz sicher nützlichere Bücher und ich wäre recht dankbar, wenn man mir welche nennen könnte.
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