» Richard Laymon – Der Pfahl

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Originaltitel: The Stake
Autor/en: Richard Laymon
Genre: Horror, Thriller
Reihe: / Band: /
Seiten: 589
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675803
Format: Taschenbuch
Sprache: deutsch
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Während eines Ausfluges in die kalifornische Wüste stoßen der Horrorautor Lawrence “Larry” Dunbar, seine Frau Jean und deren Freunde Pete und Barbara auf eine verlassene Geisterstadt namens Sagebrush Flat. Abenteuerlustig wie sie sind erkunden sie die verfallenen Gebäude und finden ein altes Hotel, das merkwürdigerweise vor nicht allzu langer Zeit mit einer Kette und einem Schloss verriegelt wurde. Die Neugier packt die vier und sie beschließen in das Hotel einzudringen. Dort, unter der zerfallenen Treppe des Hotels finden sie einen Sarg, mit der mumifizierten Leiche einer jungen Frau. In ihrer Brust steckt ein hölzerner Pfahl. Geschockt von ihrem Fund fliehen die vier, in der Absicht zu vergessen, was sie dort in dem verlassenen Hotel gefunden haben. Doch Larry und Pete lässt der Gedanke an die Leiche nicht los. Wer hat das Mädchen ermordet, warum wurde sie in ihrem Sarg in diesem Hotel versteckt und die wichtigste aller Fragen: Warum hat der Mörder ihr einen Pfahl durch die Brust getrieben? Ist das mysteriöse Mädchen unter der Treppe vielleicht ein Vampir?
Larry beschließt ein Buch über das Mädchen zu schreiben und zusammen mit Pete geht er zurück, um ihre Leiche aus dem Hotel zu holen und zu dokumentieren, wie sie den Pfahl herausziehen. Bald findet Larry heraus, wer das tote Mädchen ist und dass zur Zeit ihrer Ermordung weitere Mädchen verschwunden sind und er verstrickt sich immer tiefer in ihre Vergangenheit und dann ist da ja noch die Frage, ob es sich wirklich um einen Vampir handelt und was passiert, wenn sie den Pfahl entfernen?
Man sollte von Der Pfahl nicht erwarten, dass man in Laymon Manier einen Vampirroman präsentiert bekommt, wie es der Klappentext möglicherweise vermuten lässt. Eigentlich geht es in diesem Buch gar nicht wirklich um den Vampir. Es geht viel eher um Bonnie, das Mädchen hinter dem vermeintlichen Vampir und ihre Ermordung. Larry stellt ein paar Nachforschungen an und findet einiges über sie und ihrer Vergangenheit heraus und ist nahezu “besessen” von ihr. Im Buch gibt es aber noch einen zweiten Handlungsstrang, nämlich den von Larrys Tochter Lane.
Lane hat ein paar Probleme mit ihrem sexbessesenen Freund Jim und erwischt sich dabei, wie sie sich langsam in ihren Lehrer Mr. Kramer verliebt. Sie bleibt nach dem Unterricht länger und hilft ihm beim Korrigieren der Arbeiten. Doch Mr. Kramer ist nicht der nette, gutaussehende, sympathische Lehrer, der ihr bei einem Angriff eines Mitschülers zur Hilfe eilt und besorgt um ihre Sicherheit ist. Er hat ganz andere Pläne mit Lane, als ihr vielleicht lieb ist.
Lanes Geschichte macht mindestens ein Drittel des Buches aus und ich fand ihre Geschichte fast interessanter als die Geschichte um Bonnie und Larrys Buch. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich Lane ziemlich sympathisch fand. Denn Larry und Pete sind zwei Idioten. Wer würde nachts in eine verlassene Geisterstadt fahren um die Leiche eines ermordeten Mädchens zu bergen und sie in ihrer Garage zu verstecken? Aber solche Charaktere machen Richard Laymons Bücher aus. Sie stolpern von einem großen Fehler in den nächsten und steigen immer tiefer hinab in die Geschichte, die sie nicht mehr loslässt und auch sehr schnell den Leser fesseln kann. Dennoch lässt sich über die Naivität und Dummheit der Charaktere in Der Pfahl gut und gerne häufig den Kopf schütteln. Ohne Lanes Geschichte wäre das Buch allerdings nur halb so interessant gewesen.
Gerade in diesen Kapiteln fiel mir, vor allem zum Schluss hin auf, dass dieser Laymon ein wenig “züchtiger” ist, als die anderen Bücher, die ich von ihm gelesen habe. Wo er in Romanen wie zum Beispiel Die Insel nicht mit brutalen Einzelheiten geizt setzt er in Der Pfahl einen Punkt und geht nicht weiter auf die Geschehnisse ein. Dem Leser bleibt es überlassen sich auszumalen, was dort den Protagonisten, in diesem Fall hauptsächlich Lane, passiert ist. Dennoch ist auch dieses Buch nichts für schwache Nerven. Wer ein Problem mit Gewalt, Blut und Vergewaltigungen hat, der sollte einen Bogen um Laymon machen, auch um Der Pfahl, selbst wenn es, wie ich finde eines der “dezenteren” Bücher von ihm ist.
Der Pfahl ist also mal wieder ein Buch von Richard Laymon, das ich wirklich gerne gelesen habe und mich von dem ersten, bis zum letzten Wort absolut unterhalten hat.
» Kathryn Stockett – The Help

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Originaltitel: The Help
Autor/en: Kathryn Stockett
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Seiten: 451
Verlag: Penguin
ISBN: 978-0171047706
Format: Taschenbuch
Sprache: Englisch
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Die Protagonistinen in Kathryn Stocketts Debütroman The Help sind drei wunderbare Personen: Aibileen, eine 52 jährige Haushälterin im Haushalt der Miss Leefolt und zieht mittlerweile das siebzehntes Kind groß, das gar nicht ihr eigenes ist. Minny, die bereits unzählige Male gefeuert wurde, weil sie ein zu loses Mundwerk hat und somit der Schrecken aller weißen Damen ist und Skeeter, eine weisse, junge Frau, die so gerne Schriftstellerin werden möchte und daher den Job in der lokalen Zeitung annimmt und fortan in einer Kolumne Haushaltstipps gibt, obwohl sie vom Haushalt überhaupt keine Ahnung hat. Skeeter überwindet die unsichtbare aber allzu präsente Barriere zwischen weiß und schwarz und beginnt Aibileen nach Tipps zu fragen und nach und nach keimt die Idee in ihr auf ein Buch über das wahre Leben der Haushaltshilfenin von Jackson, Mississippi zu schreiben.
Skeeter, Aibileen und Minny. Drei starke und mutige Charaktere, die mir im Laufe des Buches unglaublich ans Herz gewachsen sind. Dass die meisten Protagonisten in Büchern etwas besonderes sind, ist selbstverständlich, sonst wäre das Buch selber höchstwahrscheinlich ziemlich langweilig. Aber diese Drei sind anders. Sie sind nicht perfekt, sie haben ihre Macken und Schwächen und dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen. Ich finde sie einfach großartig. Vor allem Skeeters Courage fand ich toll, die ihren sozialen Stand beinahe komplett aufgegeben hat um ihr Buch zu veröffentlichen und Amerika zu zeigen, welch ein Dasein farbige Haushälterinnen zu ihrer Zeit in Mississippi fristen. Welcher Mensch würde sowas heutzutage schon machen?
Das erste Viertel, vielleicht sogar die erste Hälfte beginnt etwas schleppend. Man lernt zunächst neben Skeeter, Aibileen und Minny auf diverse Arbeitgeberinnen der Haushälterinnen kennen. Da ist die etwas skurile Miss Celia, der die Grenze zwischen weiss und schwarz nicht ganz so wichtig ist und mit ihren eigenen, hin und wieder ziemlich merkwürdigen Problemen zu kämpfen hat, Miss Hilly, das Biest in diesem Buch, die keine Gelegenheit auslassen würde um ihrer früheren Haushaltshilfe Minny eine Lüge anzuhängen, Miss Leefolt, die mir immer ein wenig anteilnamslos vorkam und einige andere Figuren, die jede auf ihre Art ganz interessant ist. Die Autorin Kathryn Stockett hat hier besonders interessante Charaktere entworfen. So kann man als Leser sowohl die drei Protagonisten, als auch Miss Celia sehr ins Herz schließen. Miss Hilly hingegen war der perfekte Hasscharakter.
Das alles verpackt in Stocketts wirklich großartigen Art zu schreiben macht The Help zu einem sehr schönen Lesegenuss, der nicht nur an vielen Stellen sehr lustig ist und mit tollen Protagonisten aufwartet, die einem richtig ans Herz wachsen, sondern auch mit Sicherheit zum Nachdenken anregt. Lediglich die Tatsache, dass der Anfang, bis zur Mitte ein bisschen schleppend ist veranlasst mich dazu dem Buch einen Stern abzuziehen. Dennoch gibt es von mir eine klare Empfehlung.
The Help in der deutschen Ausgabe “Gute Geister”
“Jackson, Mississippi, 1962: Die junge Skeeter ist frustriert. Nach dem Studium verbringt sie die Tage auf der elterlichen Baumwollfarm, als einzige ihrer Freundinnen ohne einen Ring am Finger. Sehr zum Missfallen der Mutter. Doch der Mann, mit dem ihre Freundinnen sie verkuppeln wollen, ist ein hochnäsiger Snob. Und dann ist auch noch ihr schwarzes Kindermädchen, bei dem sie stets Trost fand, spurlos verschwunden. Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Und um diesem Ziel näher zu kommen, verbündet sie sich mit zwei Dienstmädchen, die ebenso unzufrieden sind wie sie: Aibileen zieht inzwischen das siebzehnte weiße Kind auf. Doch nach dem Unfalltod ihres einzigen Sohnes ist etwas in ihr zerbrochen. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Und gemeinsam beschließen die drei außergewöhnlichen Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern – in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.”
» Jeremy Clarkson – The World According to Clarkson

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Originaltitel: The World According to Clarkson
Genre: Humor
Reihe: The World According to Clarkson Band: 01
Seiten: 352
Verlag: Penguin
ISBN: 978-0141017891
Format: Taschenbuch
Sprache: Englisch
Preis: 8,20€
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Jeremy Clarkson kennt man hier in Deutschland kaum. Vielleicht haben diejenigen schon einmal von ihm gehört, die gerne (gute) Autosendungen gucken und darum an der grandiosen, britischen Sendung Top Gear hängen geblieben sind, die aktuell Montags auf DMAX läuft (Ich persönlich finde Autosendungen ja eher sch****. Nur Top Gear ist da eine absolute Ausnahme). Clarkson ist einer der drei Moderatoren der Sendung und fällt hauptsächlich durch seine, manchmal häufig politisch unkorrekten Kommentare und Bemerkungen auf, vor allem aber glänzt er mit seinem wunderbaren, britischen Humor.
Als ich nun in England war, begegnete mir Clarkson an jeder Ecke. Auf Plakaten in der Tube, im Evening Standard, in der TV Werbung. Überall. Die meiste Werbung war für sein Buch How hard can it be? In einer Waterstone’s Filiale stand ich dann vor einem ganzen Tisch voller Clarkson Bücher, unter anderem auch dem ersten Teil von The World According to Clarkson, von dem es im Moment bereits vier Bücher gibt. Diese Bücher sind eine Sammlung seiner Kolumnen, die er jeden Sonntag für die Sunday Times schreibt. Seine Themen sind alltägliche Dinge. Der Klappentext verrät dazu:
In The World According to Clarkson, he reveals why it is that:
- too much science is bad for our health
- ’70s rock music is nothing to be ashamed of
- hunting foxes while drunk and wearing nightsights is neither big nor clever
- we must work harder to get rid of cricket
- he likes Germans (well, sometimes)
Ich bin kein Fan von lustigen Büchern. Tommy Jaud, Matthias Sachau etc. pp. Darüber kann ich einfach nicht lachen aber The World According to Clarkson hat mich aber stellenweise so laut auflachen lassen, dass es für jemanden wie mich schon fast gruselig war. Jeremy Clarkson hat einen ganz herrlichen (britischen) Humor und hält sich nicht zurück, wenn es mal ein wenig politisch unkorrekt wird. Das er sagt, was er denkt und sich auch selbst gerne aufs Korn nimmt, finde ich ziemlich sympathisch.
“Have you been in a London taxi lately? The undersides of the foldaway seats carry advertisements telling you to put an advertisement there. I got a mailshot last week asking me to sponsor a child. Does that mean some poor African orphan has to walk around with “Watch Jeremy Clarkson” on his forehead?”
The World According to Clarkson, Seite 215
”Following the rousing anti-war speech made by Germany’s foreign minister last week, I would like to proclaim that from now on ‘Ich bin ein Berliner’. Yes, I know this actually means ‘I am a doughnut’”
The World According to Clarkson, Seite 209
Jeremy Clarkson hat einen neuen Fan. Nämlich mich. Ich denke, ich werde nach und nach alle seine Bücher lesen und mich dabei köstlich amüsieren und wer lust auf britischen Humor und kurze, dafür aber nachhaltige Unterhaltung hat, der kann mit The World According to Clarkson gar nichts falsch machen. Ein großartiges Buch!
» Celia Rees – Pirates!

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Originaltitel: Pirates!
Genre: History, Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2003
Seiten: 379
Verlag: Bloomsbury
ISBN: 978-0747569479
Format: Taschenbuch
Preis: 9,90€
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Als ihr Vater stirbt, verlässt Nancy Kington ihre Heimatstadt Bristol in England und lässt sich auf der Plantage ihres Vaters in Jamaica nieder. Dort soll sie mit einem Mann verheiratet werden, der ihr nicht geheuer ist. Man nennt ihn Bartholome, der Brasilianer und man munkelt er sei ein brutaler Freibeuter, der sich zusammen mit seiner Schwester und seinem Gold in Jamaica niedergelassen hat. Doch Nancys Herz schlägt nur für William, den sie seit ihren Kindheitstagen kennt und der keine Ahnung hat, wo sie nun ist. Zusammen mit ihrem Hausmädchen Minerva flüchtet Nancy von der Plantage und beide schließen sich einer Gruppe Piraten an und sind schon bald berühmt und berüchtigt unter den Seeleuten…
Pirates! habe ich vor ein paar Jahren schon einmal gelesen und es ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Was das Buch auszeichnet sind vor allem seine zwei Protagonisten Nancy Kington und Minerva Sharpe, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Nancy ist die Tochter eines reichen Plantagenbesitzers. Mehr oder weniger wohlerzogen mit einer glänzenden Zukunft. Minerva ist die Tochter einer Sklavin des Hauses und nur dafür da das Haus zu pflegen und sich um Nancy zu kümmern. Doch als Piratinnen steht die eine der anderen in nichts nach. Beide sind sehr starke Persönlichkeiten, die sich bedingungslos treu ergeben sind und für ihre Träume und ihr Leben kämpfen und dabei sind sie keinesfalls perfekt. Mir sind sowohl Nancy, als auch Minerva sehr ans Herz gewachsen und ich hab es genossen die beiden noch einmal zu treffen und ihr Abenteuer zu wiederholen.
Celia Rees kann wirklich gut schreiben. Selten kam in Pirates! Langeweile auf und wenn gerade im Plot nicht so viel passiert, hat ihre Schreibweise mich als Leser trotzdem vorangetrieben weiterzulesen. Sie schreibt sehr bildhaft und kann gut mit Worten umgehen. Es hat wirklich spaß gemacht dieses Buch zu lesen.
Der Plot selber ist natürlich recht einfach, da es sich bei Pirates! in erster Linie eher um ein Jugendbuch handelt. Trotzdem wird einem die harte und brutale Seite des Piratenseins nicht missachtet. Es gibt einige recht blutige Szenen in Pirates! und ich finde diese gehören auch dort hin, Piratenromantik find ich ja ganz schrecklich.
Wie auch schon vor einigen Jahren, als ich Pirates! zum ersten Mal las gefällt es mir beim zweiten Mal mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser. Die Geschichte um Nancy und Minerva herum ist wirklich spannend und gut erzählt und daher sicher nicht nur was für Jugendliche.
» Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt

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Originaltitel: Vom anderen Ende der Welt
Genre: History
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2011
Seiten: 448
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423248471
Format: Taschenbuch
Preis: 14,90€
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Mary Linley ist eine junge, wissbegierige Frau, die schon als kleines Mädchen mit ihrem Vater in der Natur nach interessanten Pflanzen und Tieren suchte. Ihr größter Traum ist es eine Botanikerin zu werden, so wie ihr Vater. Doch sie ist eine Frau und nach dem Tod ihres Vaters nimmt niemand sie ernst. Als sie verheiratet werden soll entscheidet Mary sich, ihr altes Leben zurückzulassen und ihren Traum zu verwirklichen. Sie geht, als Mann verkleidet an Bord der Sailing Queen, einem Schiff, dass die Welt umrunden und erforschen wird. Zusammen mit dem Botaniker Sir Carl Belham lebt sie ihren Traum, bis sie erkennt, dass sie sich in diesen Mann verliebt hat…
Von Büchern wie Vom anderen Ende der Welt gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige. Ich finde solche historischen Seefahrerromane, in denen Frauen die Hauptrolle spielen großartig. Deswegen war ich auf den ersten 200 Seiten vollkommen begeistert und habe jede Seite von Vom anderen Ende der Welt genossen.
Zwar musste ich mich anfangs ein wenig an die eigensinnige Schreibweise gewöhnen. Liv Winterberg hat mit Sicherheit ein Talent zu schreiben, aber ihre Ausdrucksweise hat mich hin und wieder ein wenig stutzen lassen, dabei kann ich nicht mal richtig sagen, woran das liegt. Manche Szenen reißt sie blitzschnell herunter und man weiss kurzzeitig gar nicht, was nun los ist und was da gerade passiert. In anderen hält sie sich unglaublich auf. Hin und wieder nervt das ein wenig aber man gewöhnt sich dran. Was mir aber sehr sehr gut gefallen hat, ist, dass sie offenbar Ahnung hat, wovon sie da schreibt. Sie nutzt einige Fachbegriffe (Hinten im Buch befindet sich darum sogar ein Glossar) und beschreibt den Alltag an Bord sehr realistisch. Sowas finde ich gerade bei historischen Büchern ziemlich wichtig.
Der Plot ist einfach und eigentlich wäre das Buch in einem Satz komplett erzählt. Ein Großteil des Buches besteht aus der Schilderung des Alltages an Bord der Sailing Queen, was in den ersten 200 bis 250 Seiten noch wirklich spaß macht zu lesen beginnt leider im letzten Teil des Buches ein wenig langweilig zu werden. Zwischen den Kapiteln springt das Buch zwar mal von den Erzählungen von Mary zu Seth, einem Schiffsjungen an Bord der Sailing Queen, einem gewissen Landon Reed, der in London nach Mary sucht und Owahiri, einem Tahitianer, allerdings hätte man sich diese Passagen durchaus sparen können. Seths Geschichte ist noch einigermaßen interessant, denn er erfährt im Buch an Bord der Sailing Queen unter den rauhbeinigen Seemännern Dinge, die Mary nicht einmal annähernd zu Gesicht bekommt und das macht das Buch noch ein wenig spannender aber auch am Ende habe ich mich noch gefragt, warum es denn ausgerechnet noch Kapitel aus der Sicht des Tahitianers Owahiri geben muss? Zwar spielt er am Ende des Buches noch eine etwas größere Rolle, aber das hätte auch ohne die vorangegangenen Kapitel funktioniert.
Trotz allem: Gerade in den ersten 200/250 Seiten fand ich das Buch großartig. Ich mochte Mary sehr gerne, ebenso wie Carl und auch mit dem jungen Seth konnte ich mitfiebern. In der Mitte ließ das Buch dann eben ein wenig nach und auch das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Und-dafür-der-ganze-Stress? Ende. Dennoch bin ich sehr froh und dankbar für das Buch (Liebe, Frau Winterberg, bitte mehr Seefahrerromane dieser Art!), habe es auch ganz gerne gelesen und kenne defintiv viel, viel schlechtere Romane in diesem Genre.
» Ann Aguirre – Die Enklave

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Originaltitel: Enclave
Genre: Endzeit, Kinder- und Jugendliteratur, Fantasy, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 16. Mai 2011
Seiten: 352
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3442268122
Format: Taschenbuch
Preis: 14,00€
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Zwei ist ein Mädchen aus der Untergrundenklave “College”. Nachdem die Oberfläche der Erde durch Säureregen und unbarmherzige Hitze völlig zerstört wurde, haben sich die überlebenden Menschen in die U-Bahn und Abwassertunnel zurückgezogen. Dort ist Zwei nun eine Jägerin und muss für die Menschen in der Enklave Nahrung besorgen und für ihre Sicherheit sorgen. Zusammen mit ihrem Partner Bleich sind sie ein starkes Team. Doch eines Tages passiert etwas, das Zwei und Bleich an die Oberfläche verbannt.
Soweit hört sich der Plot von Die Enklave sehr spannend an. Ich mag ja bekanntlich Endzeitromane und dieser hier erinnerte mich mit den Tunnels und den vereinzelten Enklaven sehr an das unglaublich spannende Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky, welches ich vor knapp zwei Jahren gelesen habe und mir noch immer in Erinnerung ist, als eines der gruseligsten und interessantesten Bücher, die ich je gelesen habe. Dass Die Enklave nicht einmal annähernd an Metro 2033 heranreichen würde war mir von vornerein schon klar, denn es handelt sich bei diesem Buch durchweg um ein Jugendbuch. Das merkt man vor allem daran, dass sich die Autorin mit detaillierten Beschreibungen der Kampf- und Blutszenen (Welche in diesem Buch recht häufig vorkommen) nicht lange aufhält. Die Protagonisten meistern jede Schlacht ständig fast ohne große Verletzungen. Direkte Verluste gab es auch nicht zu beklagen. Auf die Dauer ist mir sowas einfach zu glatt. Ein 16 jähriges Mädchen und ihr geheimnisvoller 18 jähriger Partner, mit Muskeln gestählt und dabei noch blendend aussehend lassen jede Schlacht mit noch so vielen Gegner mit links? Ich mag einfach keine Superheldencharaktere in Büchern, in denen Superhelden eigentlich nichts zu suchen haben.
Der erste Teil des Buches spielt im Untergrund. Man lernt einen Haufen merkwürdigbenamter Kinder und Jugendliche kennen, die ich versucht habe mir irgendwie zu merken aber ab dem zweiten Teil des Buches taucht niemand mehr von ihnen auf und das fand ich extrem schade. Ich hätte sehr gerne nochmal gelesen, wie Zwei zurück geht in die Unterwelt, so bin ich als Leser, obgleich man das Schicksal der College Enklave im Buch letztendlich erfährt, ein wenig unbefriedigt. Von Zweis und Bleichs Aufenthalt auf der Oberfläche hätte ich mir auch viel mehr erwartet. Dort angekommen gibt es zwar einige interessante Spannungspunkte und gut verbaute Ideen der Autorin aber wirkliche Endzeitstimmung kam bei mir leider überhaupt nicht auf. Ich mag es sehr, wenn Autoren die Umgebungen in ihren Büchern ein wenig beschreiben und ich denke, dass das gerade bei Eindzeitromanen sehr sehr wichtig ist. Zwar kann ich mir vieles selber denken, aber wenn mir wirklich gar keine Beschreibung und nur minimale Eindrücke der Protagonisten vorgeworfen werden, kann ich mich nicht richtig in die Umgebung einfinden und so hab ich zwar ein endzeitmäßiges Szenario im Kopf gehabt aber ich fand es nicht besonders spannend, dass die Autorin kaum etwas von der Umgebung erzählt hat. Das hat den Plot und den Fluss der Handlung ein wenig lieblos erscheinen lassen.
Natürlich gab es zwischen all dem Gemecker meinerseits auch einige Hightlights in Die Eklave. Die Grundidee des Buches fand ich großartig und es war auch zwischen den genannten Kritikpunkten sehr sehr spannend zu lesen, sodass ich es relativ schnell in zwei Tagen durch hatte. Mir waren die Protagonisten Zwei und Bleich, obwohl sie mich manchmal eben ein klein wenig genervt haben, doch sehr sympathisch und ich bin der Autorin dankbar, dass sich die Beiden zwar gut verstanden haben und es auch ein wenig geknistert hat aber nicht gleich in inniger Lieber förmlich zerflossen sind, wie es in so vielen Jugendbüchern viel zu häufig der Fall ist. In Die Enklave bleiben wir also von einer schwülstigen Liebesstory verschont. Dafür bekommen wir ganz feines theoretisches, allerdings ausbaufähiges Endzeitszenario, Action, ein ganz klein wenig grusel und sympathische Charaktere.Alles Dinge, die wichtig sind für ein ganz gutes Buch und ausreichende Leseunterhaltung.
Die Enklave ist also durchaus lesbar, wenn man kein spannendes Gruselerlebnis wie in Metro 2033 erwartet, oder dass man von diesem Buch “in den Bann gezogen wird”, wie es bei Die Tribute von Panem von Suzanne Collins der Fall gewesen ist (Das verspricht nämlich unberechtigter weise die “Publishers Weekly” auf dem Rücken des Buches) dann ist man mit Die Enklave ganz gut bedient.





