» Sam Savage – Firmin: Ein Rattenleben

Geschrieben von Sally am Montag, 27 Juli, 2009 | 1018 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: Firmin. Adventures of a Metropolitan Lowlife
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Auflage: 1. Auflage (Leseexemplar)
Erscheinungsdatum: 18. August 2008
Seiten: 213 Seiten
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3550087424
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Inhalt: Firmin wächst im Keller einer Bostoner Buchhandlung auf und liest sich Buch für Buch durch die Weltliteratur. Er entdeckt, wie spannend das Leben der Menschen ist, und macht sich auf, ihre Freundschaft zu suchen. Sam Savage erzählt in diesem gefeierten Kultbuch die traurig-charmante Geschichte eines verkannten Außenseiters.Boston in den 60er Jahren. Im schäbigen Keller der Buchhandlung am Scollay Square wird Rattenjunge Firmin geboren. Er ist der Kleinste im Wurf und kommt immer zu kurz. Als der Hunger eines Tages zu schlimm wird, knabbert er die in den Regalen lagernden Bücher an. Eines nach dem anderen wird gefressen, bis Firmin entdeckt, dass auf dem Papier etwas steht, was ihn sein Elend vergessen lässt: Ob Lolita oder Ford Madox Ford, ob Moby Dick oder Cervantes, die Welt der Menschen verspricht Abenteuer und Liebe, Krieg und Frieden, kurz: alles, was eine Ratte nicht hat. Voller Neugier sucht Firmin die Freundschaft zu Buchhändler Norman. Als dieser einen Giftanschlag auf ihn verübt, muss Firmin einsehen, dass er in den Augen der Menschen wohl doch nichts weiter ist als ein lästiges Tier. Wie so oft im Leben zeigt sich aber gerade in den dunkelsten Stunden ein Licht am Ende des Tunnels.

Rezension: Firmin: Ein Rattenleben war mein allererstes Leseexemplar von Vorablesen. Ich wollte es damals unbedingt haben, weil ich die Leseprobe so super fand, und als ich las, dass viele das Buch schon erhalten haben war ich etwas geknickt, bis ich ein paar Tage später nach Hause kam und ein kleines Päckchen im Briefkasten fand. Mir gefiel die Leseprobe zu Firmin sehr gut, aber ich bin Büchern, in denen Tiere die Hauptrolle/n spielen bis jetzt ein wenig skeptisch gegenüber getreten, Glennkill zum Beispiel hat mir trotz der starken Medienpräsenz und teilweise guten Rezensionen gar nicht so gut gefallen. Ich fand es eher langweilig, aber die Idee war gut. Trotzdem fing ich begeistert an Firmin zu lesen, mit der festen Absicht mich eines Besseren belehren zu lassen. Man kann ja nie wissen

Es hat Spaß gemacht Firmin zu begleiten, mir gefiel die “gehobenere”, philosophische Sprache des Buches, sowas bekommt man ja heute eher seltener. Die ersten Seiten und Kapitel waren dennoch eher anstrengend als amüsant oder spannend. Man hatte sich durch unzählige Seiten schlagen müssen, bis man sich irgendwie eingelesen hatte. Also begleitet man Firmin von seiner Geburt, über den Tag an dem er merkt, dass er all die Bücher, die er anfangs vor hunger einfach futterte lesen kann und sich langsam nach oben in die Buchhandlung schleicht, bis hin zu seinem letzten Heim. Manchmal kommt einem Firmin ein wenig unsympathisch vor und ich konnte des öfteren nur den Kopf schütteln, dann wieder weckt er Mitleid im Leser, immerhin ist er ja auch “nur” eine Ratte. Neben manch langweiligen Kapiteln gibt es in diesem Buch auch viel Komik, Tragik, aber selten Glück. Das Leben einer Ratte scheint in Boston wohl wirklich nicht sehr toll zu sein, auch wenn sie lesen kann.

Die Aufmachung des Buches, sowie der Titel und die Inhaltsangabe lassen darauf schließen, dass es sich mehr um ein Kinderbuch handelt, aber wer die ersten Seiten liest, merkt schnell, dass es sich hier um “ansprechende” Lektüre handelt.  Für Kinder ist das Buch nicht wirklich was. Das Cover des Buches selber sprach mich durch die vergilbten Seiten und den Rough Cut sehr an. Sowas habe ich noch nie bei einem Buch gesehen und es passt perfekt zu Firmin. Alleine das macht das Buch schon irgendwie zu etwas Besonderem.

Mein Fazit ist: Für “Leseratten” ist Firmin trotz schwacher Stellen perfekt geeignet und sollte wenigstens einmal gelesen werden. Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Am 1. Oktober erscheint das Taschenbuch für 8,95€ im List Verlag. Sollte man sich echt nicht entgehen lassen *033*

von Sally am Montag, 27 Juli, 2009 um 02:41 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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2 Kommentare zu “Sam Savage – Firmin: Ein Rattenleben”

  1. Ich hab das Buch damals auch von vorablesen.de bekommen, war aber schon ein bisschen enttäuscht, weil ich mir mehr erwartet hatte.

  2. Ach, ich fand das Buch sehr nett, aber Erwartungen hatte ich nicht. Ich wollte es eben einfach nur haben *040* Das ist wohl der ausschlaggebende Faktor und hinzu kam die eigentlich sehr hübsche Geschichte der Ratte, die Bücher lesen kann *046*

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