» Richard Laymon – Dark Mountain

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 13 Januar, 2011 | 779 views. | 3 Kommentare


Originaltitel: Dark Mountain
Genre: Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2009
Seiten: 321
Verlag: Leisure Books
ISBN: 978-0843961386
Preis: 5,95€
Amazon

Inhalt: When two families head off on a camping holiday, it is meant to be a break from city life, in the hills amid the wonders of nature. But in the wilderness lurk two others, an old woman with gruesome powers and her son, whose depraved and unnatural lusts even she cannot control.

Rezension: Es tut mir jetzt sehr sehr weh das zu schreiben: Mein Gott, bin ich froh, dass ich dieses Buch endlich durch habe. Autsch *036* Dark Mountain ist wahrscheinlich der schlechteste Laymon, den ich bisher gelesen habe und ich möchte mich mit der Rezension auch gar nicht so lange aufhalten. Es ist schon schwer genug zu ertragen, dass es tatsächlich ein schlechtes Buch von Laymon gibt.

“Eigentlich sollte es ein entspannter Campingausflug werden. Zwei Familien aus Los Angeles trampen durch die Wälder und erzählen sich am Lagerfeuer Gruselgeschichten. Bis eine dieser Geschichten Wirklichkeit wird und der Urlaub ein jähes Ende nimmt: Nach einem brutalen Überfall von Hinterwäldlern gelingt die Flucht – doch die Großstädter werden verflucht, und das Böse sucht sie auch in L.A. heim.” von der deutschen Ausgabe.

Der Klappentext des Buches verspricht einen “ganz normalen” Laymon, wie die Fans ihn kennen. Doch wenn man dann das Buch liest, dann weiss man, dass dort irgendwas schief gelaufen ist. Ich würde sagen ganze 80% des Buches sind belangloses Gelaber und Schwachsinn. Man begleitet die Familien auf ihrer Wanderung durch die Berge und hört ihnen zu wie sie über irgendeinen total uninteressanten Schwachsinn reden, bescheuerte Streiche spielen oder sich semigruselige Geschichten erzählen. Das alles mag in der Umgebung des Waldes ja noch einigermaßen auszuhalten sein, denn der Leser ist in der Hoffnung, dass dort jeden Moment etwas passieren kann, aber dann wird der Charakter umgebracht, der diese Spannung und Action bringen sollte und ab dort weiss man dann, dass das nichts mehr werden kann.

Die Familie flüchtet zurück nach L.A. und steht unter dem Fluch der alten Hexe aus dem Wald. Gähn. Es passieren ein paar weniger spannende Dinge, bis vier von den Verfluchten, 20 Seiten vor dem Ende, drauf kommen diesen Fluch irgendwie los zu werden und dann kommt das Ende und das hab ich nur mit einem viertel Auge gelesen, nur froh, dass das Buch endlich endlich zuende ist. Das Ende selber ist nicht der Rede wert.

Ein Stern für Laymons art zu schreiben, die wieder durchaus lesbar ist. Nur eben hat das dem Buch auch nicht geholfen.

Ich bin ein sehr großer Laymon Fan. Ich lese alles von ihm, was mir in die Finger kommt und meist gefällt mir das auch. Das Dark Mountain nun plötzlich so dermaßen aus der Reihe fällt verwundert mich ziemlich. Ich versuche nun alles um das zu vergessen und warte geduldig auf den nächsten Laymon, der mich hoffentlich aus diesem Schock rausholen kann *026*

von Sally am Donnerstag, 13 Januar, 2011 um 13:29 Uhr
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» [Gewinnspiel] 2 Jahre sallybooks.de

Geschrieben von Sally am Mittwoch, 12 Januar, 2011 | 602 views. | 9 Kommentare

Gestern ist mein Blog 2 Jahre alt geworden. Im letzten Jahr gab es ein Geburtstagsgewinnspiel und in diesem Jahr soll es auch wieder eins geben. Nur wollte ich es vom Geburtstagsartikel etwas abtrennen, deswegen in diesem Jahr einen Tag später.

Zu gewinnen1 gibt es in diesem Jahr, wie im letzten Jahr mein persönliches Buch des Jahres 2010. In diesem Fall das unglaublich spannende und lesenswerte Terror von Dan Simmons [Zur Rezension].

Terror von Dan Simmons
England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die »Terror« und die »Erebus« – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.
ISBN: 978-3453406131

Dazu bekommt der Gewinner ein Leselicht, für die dunkle Jahreszeit, die jetzt zwar schon fast vorbei ist, aber bekanntlich ja jedes Jahr wieder kommt *033* Sehr praktisch, wenn man mal irgendwo ist, wo es eigentlich zu düster zum Lesen ist.

Weil mein Blog aber 2 Jahre alt geworden ist kommt in diesem Jahr auch ein zweiter Gewinn dazu. Ein liniertes a few of my favourite things Notizbuch das perfekt ist für handschriftliche Bücher- oder Leselisten, Wunschlisten oder wasweissich und auch dazu gibt es ein kleines Leselicht.

Alles was ihr dafür tun müsst ist mir eine eMail an  zu schreiben mit eurem Namen und eurer Anschrift. Am Abend des 19. Januar, also in einer Woche lose ich die beiden Gewinner per random.org aus.

Viel Glück!

  1. Die Gewinne sind alle aus eigener Tasche bezahlt. Sie sind also keine Spenden von Verlagen oder ähnlichem. Das ist es mir auf jeden Fall wert *033* []
von Sally am Mittwoch, 12 Januar, 2011 um 15:31 Uhr
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» [Ich lese] Dark Mountain

Geschrieben von Sally am Dienstag, 11 Januar, 2011 | 315 views. | Keine Kommentare

Na toll. Ich wusste es. Jetzt, wo ich bei der I’m in … english Challenge mitmache setze ich mich total unter Druck so schnell wie möglich ein englisches Buch zu lesen damit ich den Monatssoll erfülle *051* Ich habs versucht mit Remarkable Creatures von Tracy Chevalier, war mir aber irgendwie nicht so nach, also hab ich es wieder bei Seite geräumt. Dann hab ich kurz überlegt und mir Blue at the Mizzen von Patrick O’Brian genommen. Ich bekam aber auf den ersten 17 Seiten schon Gewissensbisse. Das Buch ist das 20 und letzte der Jack Aubrey/Stephen Maturin Reihe  *007* *007* *007* und obgleich ich soweit alles aus der Serie weiss, dass ich das 20ste Buch lesen kann, ohne die vorangegangenen 10 gelesen zu haben, fand ich es irgendwann sehr traurig das Ende dieser hervorragenden Serie zu lesen, bevor ich wirklich alle Bücher gelesen habe, also hab ich es schnell wieder weggeräumt und versucht das Gelesene zu vergessen, obwohl ich schon voll dabei war hinter Jack Aubrey herzugeiern *006* . Jetzt hatte ich aber immer noch kein englisches Buch gelesen, dafür aber 2 abgebrochen, bzw. vorerst pausiert *055* und dann fand ich in einer Ecke doch tatsächlich einen ungelesenen Laymon und das noch auf englisch.

Dark Mountain von Richard Laymon
When two families head off on a camping holiday, it is meant to be a break from city life, in the hills amid the wonders of nature. But in the wilderness lurk two others, an old woman with gruesome powers and her son, whose depraved and unnatural lusts even she cannot control.
ISBN: 978-0747239215

Gebongt! Und das halte ich nun auch durch, obwohl ich gerade las, dass dieses Buch an meinem Geburtstag, nämlich am 12. September 2011 in Deutschland unter dem Titel Der Wald erscheinen wird und das sogar mit einem sehr schicken Cover *018* Argh! Egal. Ich lese das nun und ich werde dennoch die deutsche Ausgabe kaufen. Des sammelns Willen.

Um dem ganzen Stress im nächsten Monat vorzubeugen habe ich schon eine kleine, feine Liste von Büchern zusammengestellt, die ich dringen mal lesen wollte. Auf englisch, versteht sich. Unter anderem der erste Band der Parasol Protectorate Serie Soulless von Gail Carriger (Die mit dem schicken Cover),  Mini Shopaholic von  Sophie Kinsella, I heart New York von Lindsey Kelk und ich habe mich entschieden nun doch den dritten Band der Weltuntergangsserie von Susan Beth Pfeffer zu lesen (Manche mögen den ersten Band kennen, Die Welt wie wir sie kannten). Die werde ich mir dann im nächsten Monat besorgen und dann hat sich das mit dem Stress erledigt.

von Sally am Dienstag, 11 Januar, 2011 um 22:53 Uhr
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» 2 Jahre sallybooks.de

Geschrieben von Sally am Dienstag, 11 Januar, 2011 | 530 views. | 20 Kommentare

Schon wieder ist ein Jahr rum und mein Blog wird ein Jährchen älter. Offiziell besteht er nun 2 Jahre, inoffiziell aber bestimmt schon um die 4. Ich möchte aber in diesem Jahr nicht wieder etwas erzählen was zu weit in die Weite führt, wie im letzten Jahr. Bis auf die Domain hat sich ja auch nicht so viel geändert *033* Deswegen halte ich mich ganz kurz:

Ich möchte mich bei allen bedanken, die im letzten Jahr hier mitgelesen und -kommentiert haben, die mir liebe eMails und sogar Postkarten geschickt haben. Ohne euch macht das alles nur halb soviel spaß *033* Ich hoffe ihr seid auch im nächsten Jahr wieder dabei. Ich freu mich schon drauf *053*

*007* Sally

PS: Ich denke ich werde meinem Blog ein neues Theme schenken *033* . Langsam wird dieses hier doch langweilig, obwohl ich es eigentlich sehr sehr mag. Was meint ihr?

von Sally am Dienstag, 11 Januar, 2011 um 12:47 Uhr
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» Olaf Kraemer, Uschi Obermaier – High Times

Geschrieben von Sally am Montag, 10 Januar, 2011 | 843 views. | 3 Kommentare


Originaltitel: High Times: Mein wildes Leben
Genre: Biographie
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. April 2008
Seiten: 324
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453640337
Preis: 8,95€
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Inhalt: Uschi Obermaier war DIE Galionsfigur der Gegenkultur, Pop-Ikone der 60er- und 70er-Jahre, Pin-up der Studentenrevolte, Model und Covergirl, Filmstar, Groupie und Geliebte. Ihr Leben zwischen Sex, Drugs und Rock ‘n’ Roll war losgelöst von allen Fesseln bürgerlicher Konventionen. In dieser mitreißenden, reich bebilderten Autobiografie erzählt Uschi Obermaier völlig ungeschminkt, wie ihr Leben wirklich war.

Rezension: Für mich ist es recht schwer dieses Buch zu objektiv bewerten, denn grundsätzlich habe ich absolut nichts übrig für Menschen, die es nötig haben Drogen zu nehmen. Die kann ich nicht ernst nehmen, selbst wenn ich wollte. Dass Uschi Obermaier aber so eine Drogenuschi war, war mir von vorne rein klar, darum habe ich nicht erwartet, dass mir diese Person sympathisch ist oder im Laufe des Buches wird. Eher im Gegenteil. Ich denke, dass sie eine extrem naive, wenn nicht sogar dumme Person ist, bzw. war (Man soll ja mit dem Alter lernen). Aber ich möchte mir mal nicht anmaßen über eine Person zu urteilen, die ich nur durch dieses Buch kenne, obgleich man sich dadurch natürlich ein gewisses Bild macht.

Was das Buch selber betrifft kann es aber kaum besser werden, denn es ist so dermaßen platt und langweilig geschrieben, dass man fast meinen könnte der Autor sei 13 und hätte das nur so aus Spaß geschrieben. Teilweise kam es mir sogar extrem lustlos vor, als hätte der Autor doch eigentlich gar keinen Bock gehabt das alles aufs Papier zu bringen (Was ich ihm allerdings nicht verübeln könnte). Das Buch weisst praktisch keinen Spannungsbogen auf. Gut, es ist eine Art Biographie, manchmal sind diese nicht mit besonderer Spannung gefüllt, aber irgendetwas spannendes oder interessantes muss ja passiert sein. In diesem Buch ist aber nix dergleichen zu finden, selbst wenn die Geschichte selber etwas hergegeben hätte. Hätte der Autor sprachlich ein wenig besser hantiert, dann wäre das mit der Spannung auch sicher was geworden. Im Nachwort von Olaf Kraemer steht, dass er Uschi Obermaier das Manuskript geschickt hat und sie es sofort ablehnte und sagte sie könnte “mit dem Text in keinem Falle leben”. Recht hatte sie ja.

Wer auf der Suche nach Uschi Obermaiers Gedanken und Ansichten ist, der wird sie in diesem Buch nicht finden. Es ist eine platte Aneinanderreihung von Handlungen, nicht tiefgründiges, nichts was den Leser wirklich interessiert. Einzig und alleine die (kurze) Erzählung Uschis und Bockhorns Reise mit dem Bus durch Asien fand ich wirklich interessant, auch wenn ich mir, was das angeht etwas mehr gewünscht hätte.

High Times kann man sich stecken, wenn Uschi Obermaier einen nicht besonders interessiert. Vielleicht ist der Film ja besser, den ich mir demnächst auch zu Gemüte ziehen möchte. Das Buch hingegen ist wirklich eine Katastrophe.

von Sally am Montag, 10 Januar, 2011 um 00:40 Uhr
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» Dan Simmons – Drood

Geschrieben von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 | 821 views. | 8 Kommentare


Originaltitel:
Drood
Genre: History, Krimi
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2010 (TB, 1. Auflage)
Seiten: 976
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453408067
Preis: 10,99€
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Inhalt: London im Jahr 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit: Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe. Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Rezension: Nachdem Dan Simmon’ Terror eine nachhaltige Wirkung auf mich hatte, habe ich ein paar Monate gezögert mich seinem zweiten historischen Roman Drood zuzuwenden. Denn eigentlich hat mich der Inhalt dieses Buches gar nicht interessiert. Ich hatte kein Interesse an Charles Dickens, noch an einem mysteriösen Fremden. Doch als ich das Buch dann in der Buchhandlung liegen sah habe ich es kurzerhand mitgenommen und auch gleich zu lesen angefangen, aus Angst, es sonst monatelang ungelesen im Regal liegen zu haben.

Der Erzähler dieser Geschichte ist William Wilkie Collins, ein Autor und guter Freund und Weggefährte des Unnachahmlichen Charles Dickens. Dickens erzählt ihm von dem schrecklichen Eisenbahnunglück am 9. Juni 1865 in Staplehurst, bei dem viele Menschen ums Leben kamen. Dickens selber saß ein einem der Waggons und überlebte unverletzt. Als er den Verletzten helfen wollte, stieß ein merkwürdiger Mann zu ihm. Er stellte sich als Drood vor. Dickens behielt ihn in Erinnerung. Ein Mann mit einem langen, schwarzen Opernumhang und einem Zylinder, mitten im Sommer, mit heller, fast weißer Hautfarbe, dem die Nase und einige Finger fehlten. Dickens erzählt seinem Freund Wilkie von dieser Begegnung und seither verfolgt Dickens Drood und Drood Dickens. Auf seiner Suche nach dem mysteriösen Mann verschlägt es Dickens und Wilkie in die finstersten Ecken des viktorianischen Londons, in die Unterstadt und in so manche zwielichtige Etablissements. Doch irgendwann gerät alles ausser Kontrolle und Wilkie wird tiefer in die Sache hineingezogen als er eigentlich möchte.

Die ersten 400 bis 500 Seiten des Buches sind anstrengend gewesen. Man lernt zunächst Wilkie Collins kennen, er erzählt über sich und seine Freundschaft zu dem zu dieser Zeit berühmstesten Autor Englands. Er schildert das Eisenbahnunglück, das Dickens überlebt hat und führt den Leser langsam an Drood heran. Doch leider schweift er sehr häufig ab und liefert Geschichten und Anekdoten über irgendwelche Familienmitglieder oder Bekannte, die überhaupt nicht wichtig sind und auch nicht besonders interessant. Er schreibt seitenweise über Dickens und seine Veröffentlichungen, vergleicht diese, erzählt über seine Theaterstücke und deren Schauspieler, so dass man einige Zeit gar nicht in der Geschichte selber weiter kommt. Ich würde fast meinen das der Autor Dan Simmons damit ca. die Hälfte seines Buches gefüllt hat. Hin und wieder begleitet man Wilkie und Dickens dann auf ihren Suchen durch die übelsten Viertel Londons und ist wieder kurze Zeit völlig gebannt von diesem Teil, bis Wilkie wieder über irgendetwas völlig anderes und unbedeutendes schreibt.

Dennoch bin ich an dem Buch dran geblieben, auch wenn es mir vorallem in dieser ersten Hälfte teilweise sehr schwer fiel. Der Grund ist ganz einfach: Selbst wenn Dan Simmons über die todlangweiligsten Dinge schreibt, die einem einfallen können so schreibt er doch wahnsinnig gut. Selbst wenn es einen überhaupt nicht interessiert, was dort geschrieben steht bleibt man dran und genießt die Art, wie Dan Simmons seine Bücher scheibt. Das war auch schon in Terror so (Obgleich dieses Buch nur sehr sehr selten und wenn dann nur ganz kurz als langweilig zu bezeichnen ist). Man erfährt sehr viel über das Leben im viktorianischen London. Eher über das Leben wohlhabenderer Leute, denn Wilkie interessiert sich so gar nicht für die Armut und die Menschen in den Elendsvierteln der Stadt. Als er und Dickens zum ersten Mal eine solche Gegend betreten ist es auch für den Leser wie für Wilkie eine neue und schreckliche Erfahrung.

Hat man dann diesen Part überstanden wird man mit weiteren 500 Seiten einer sehr sehr spannenden und gruseligen Geschichte belohnt. Wilkie taucht immer tiefer in das Geheimnis von Drood ein, Dickens verändert sich in den letzten Jahren seines Lebens und dann kommt das Ende, das den Leser meiner Meinung nach kurz ein wenig in der Luft hängen lässt, bis man darüber nachgedacht hat und wirklich erstaunt ist. Ich hätte nämlich mit diesem Ende nicht gerechnet. Aber es ist besser als alles, was ich erwartet hätte.

Vor allem Wilkie Collins ist ein sehr sympathischer Mensch, jedenfalls lernt man ihn als einen solchen kennen. Er beschreibt Dickens ganz objektiv, so wie er für ihn war. Ich selber fand Dickens dadurch ein wenig unsympathisch und arrogant aber das passte sehr gut in die Geschichte hinein. Was mich sehr beeindruckt hat war die Genauigkeit und Detailtreue, die Dan Simmons an den Tag legt. Die Geschichte in diesem Buch hätte genau so passiert sein können. All die merkwürdigen Ereignisse, die Veränderungen Dickens und Wilkies fügen sich natlos an wahre historische Fakten an, sodass man fast meinen könnte diese Erzählung von Wilkie Collins beruhe auf einer wahren Begebenheit. Drood ist wirklich erstaunlich gut durchdacht.

Auch wenn ich sage, dass die ersten 500 Seiten zum größten Teil aus vielen langweiligen, unwichtigen Geschichtchen besteht gebe ich dem Buch 4 Sterne, die es definitiv verdient hat. Man würde vielleicht meinen ich sei verrückt. Immerhin bestehen viele eigenständige Romane ja schon aus 500 Seiten. Dennoch liest man es und wenn man diese 500 Seiten geschafft hat, dann wartet eine wirklich spannende Geschichte auf den Leser, die den großen Hänger am Anfang vergessen lässt. Zusammen mit der einmaligen Art, in der das Buch geschrieben ist, ist Drood ein wirklich gutes Buch. Aber nicht für jeden. Wer sich mit 500 langweiligen Seiten schwer tut, der wird es möglicherweise nicht schaffen zum spannenden Teil zu kommen.

von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 um 15:32 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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