Posts Tagged ‘History’

» Celia Rees – Pirates!

Geschrieben von Sally am Sonntag, 26 Juni, 2011 | 676 views. | 5 Kommentare


Originaltitel: Pirates!
Genre: History, Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2003
Seiten: 379
Verlag: Bloomsbury
ISBN: 978-0747569479
Format: Taschenbuch
Preis: 9,90€
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Als ihr Vater stirbt, verlässt Nancy Kington ihre Heimatstadt Bristol in England und lässt sich auf der Plantage ihres Vaters in Jamaica nieder. Dort soll sie mit einem Mann verheiratet werden, der ihr nicht geheuer ist. Man nennt ihn Bartholome, der Brasilianer und man munkelt er sei ein brutaler Freibeuter, der sich zusammen mit seiner Schwester und seinem Gold in Jamaica niedergelassen hat. Doch Nancys Herz schlägt nur für William, den sie seit ihren Kindheitstagen kennt und der keine Ahnung hat, wo sie nun ist. Zusammen mit ihrem Hausmädchen Minerva flüchtet Nancy von der Plantage und beide schließen sich einer Gruppe Piraten an und sind schon bald berühmt und berüchtigt unter den Seeleuten…

Pirates! habe ich vor ein paar Jahren schon einmal gelesen und es ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Was das Buch auszeichnet sind vor allem seine zwei Protagonisten Nancy Kington und Minerva Sharpe, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Nancy ist die Tochter eines reichen Plantagenbesitzers. Mehr oder weniger wohlerzogen mit einer glänzenden Zukunft. Minerva ist die Tochter einer Sklavin des Hauses und nur dafür da das Haus zu pflegen und sich um Nancy zu kümmern. Doch als Piratinnen steht die eine der anderen in nichts nach. Beide sind sehr starke Persönlichkeiten, die sich bedingungslos treu ergeben sind und für ihre Träume und ihr Leben kämpfen und dabei sind sie keinesfalls perfekt. Mir sind sowohl Nancy, als auch Minerva sehr ans Herz gewachsen und ich hab es genossen die beiden noch einmal zu treffen und ihr Abenteuer zu wiederholen.

Celia Rees kann wirklich gut schreiben. Selten kam in Pirates! Langeweile auf und wenn gerade im Plot nicht so viel passiert, hat ihre Schreibweise mich als Leser trotzdem vorangetrieben weiterzulesen. Sie schreibt sehr bildhaft und kann gut mit Worten umgehen. Es hat wirklich spaß gemacht dieses Buch zu lesen.

Der Plot selber ist natürlich recht einfach, da es sich bei Pirates! in erster Linie eher um ein Jugendbuch handelt. Trotzdem wird einem die harte und brutale Seite des Piratenseins nicht missachtet. Es gibt einige recht blutige Szenen in Pirates! und ich finde diese gehören auch dort hin, Piratenromantik find ich ja ganz schrecklich.

Wie auch schon vor einigen Jahren, als ich Pirates! zum ersten Mal las gefällt es mir beim zweiten Mal mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser. Die Geschichte um Nancy und Minerva herum ist wirklich spannend und gut erzählt und daher sicher nicht nur was für Jugendliche.

von Sally am Sonntag, 26 Juni, 2011 um 13:05 Uhr
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» Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 16 Juni, 2011 | 705 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: Vom anderen Ende der Welt
Genre: History
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2011
Seiten: 448
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423248471
Format: Taschenbuch
Preis: 14,90€
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Mary Linley ist eine junge, wissbegierige Frau, die schon als kleines Mädchen mit ihrem Vater in der Natur nach interessanten Pflanzen und Tieren suchte. Ihr größter Traum ist es eine Botanikerin zu werden, so wie ihr Vater. Doch sie ist eine Frau und nach dem Tod ihres Vaters nimmt niemand sie ernst. Als sie verheiratet werden soll entscheidet Mary sich, ihr altes Leben zurückzulassen und ihren Traum zu verwirklichen. Sie geht, als Mann verkleidet an Bord der Sailing Queen, einem Schiff, dass die Welt umrunden und erforschen wird. Zusammen mit dem Botaniker Sir Carl Belham lebt sie ihren Traum, bis sie erkennt, dass sie sich in diesen Mann verliebt hat…

Von Büchern wie Vom anderen Ende der Welt gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige. Ich finde solche historischen Seefahrerromane, in denen Frauen die Hauptrolle spielen großartig. Deswegen war ich auf den ersten 200 Seiten vollkommen begeistert und habe jede Seite von Vom anderen Ende der Welt genossen.

Zwar musste ich mich anfangs ein wenig an die eigensinnige Schreibweise gewöhnen. Liv Winterberg hat mit Sicherheit ein Talent zu schreiben, aber ihre Ausdrucksweise hat mich hin und wieder ein wenig stutzen lassen, dabei kann ich nicht mal richtig sagen, woran das liegt. Manche Szenen reißt sie blitzschnell herunter und man weiss kurzzeitig gar nicht, was nun los ist und was da gerade passiert. In anderen hält sie sich unglaublich auf. Hin und wieder nervt das ein wenig aber man gewöhnt sich dran. Was mir aber sehr sehr gut gefallen hat, ist, dass sie offenbar Ahnung hat, wovon sie da schreibt. Sie nutzt einige Fachbegriffe (Hinten im Buch befindet sich darum sogar ein Glossar) und beschreibt den Alltag an Bord sehr realistisch. Sowas finde ich gerade bei historischen Büchern ziemlich wichtig.

Der Plot ist einfach und eigentlich wäre das Buch in einem Satz komplett erzählt. Ein Großteil des Buches besteht aus der Schilderung des Alltages an Bord der Sailing Queen, was in den ersten 200 bis 250 Seiten noch wirklich spaß macht zu lesen beginnt leider im letzten Teil des Buches ein wenig langweilig zu werden. Zwischen den Kapiteln springt das Buch zwar mal von den Erzählungen von Mary zu Seth, einem Schiffsjungen an Bord der Sailing Queen, einem gewissen Landon Reed, der in London nach Mary sucht und Owahiri, einem Tahitianer, allerdings hätte man sich diese Passagen durchaus sparen können. Seths Geschichte ist noch einigermaßen interessant, denn er erfährt im Buch an Bord der Sailing Queen unter den rauhbeinigen Seemännern Dinge, die Mary nicht einmal annähernd zu Gesicht bekommt und das macht das Buch noch ein wenig spannender aber auch am Ende habe ich mich noch gefragt, warum es denn ausgerechnet noch Kapitel aus der Sicht des Tahitianers Owahiri geben muss? Zwar spielt er am Ende des Buches noch eine etwas größere Rolle, aber das hätte auch ohne die vorangegangenen Kapitel funktioniert.

Trotz allem: Gerade in den ersten 200/250 Seiten fand ich das Buch großartig. Ich mochte Mary sehr gerne, ebenso wie Carl und auch mit dem jungen Seth konnte ich mitfiebern. In der Mitte ließ das Buch dann eben ein wenig nach und auch das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Und-dafür-der-ganze-Stress? Ende. Dennoch bin ich sehr froh und dankbar für das Buch (Liebe, Frau Winterberg, bitte mehr Seefahrerromane dieser Art!), habe es auch ganz gerne gelesen und kenne defintiv viel, viel schlechtere Romane in diesem Genre.

von Sally am Donnerstag, 16 Juni, 2011 um 17:01 Uhr
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» Gail Carriger – Soulless

Geschrieben von Sally am Sonntag, 29 Mai, 2011 | 403 views. | 3 Kommentare


Originaltitel: Soulless
Genre: History, Fantasy
Reihe: The Parasol Protectorate Band: 1
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Seiten: 384
Verlag: Orbit
ISBN: 978-0316056632
Format: Taschenbuch
Preis: 4,90€
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Inhalt: Alexia Tarabotti is labouring under a great many social tribulations. First, she has no soul. Second, she’s a spinster whose father is both Italian and dead. Third, she was rudely attacked by a vampire, breaking all standards of social etiquette. Where to go from there? From bad to worse apparently, for Alexia accidentally kills the vampire – and then the appalling Lord Maccon (loud, messy, gorgeous, and werewolf) is sent by Queen Victoria to investigate. With unexpected vampires appearing and expected vampires disappearing, everyone seems to believe Alexia responsible. Can she figure out what is actually happening to London’s high society? Will her soulless ability to negate supernatural powers prove useful or just plain embarrassing? Finally, who is the real enemy, and do they have treacle tart?

Rezension: Genaugenommen war Soulless ein 100%iger Coverkauf. Mir würde gerade wirklich kein Cover einfallen, das mir besser gefällt als dieses tollen  Cover der Parasol Protectorate Reihe. Der Inhalt hat mich hingegen kaum angesprochen. Vampire und Werwölfe haben wir ja schon mehr als genug in Büchern und ich kann die Viecher wirklich, wirklich nicht mehr sehen. Die Mischung aus History und SteamPunk hat mich dann aber doch irgendwie sehr angesprochen und ich konnte nicht wiederstehen.

Alexia Tarabotti hat sich damit abgefunden als alte Jungfer zu enden. Das hält sie aber nicht davon ab weiterhin auf Manieren und Anstand zu setzen. Darum findet sie es unerhört, als sie auf einem Ball, auf dem nicht mal Erfrischungen angeboten werden, von einem völlig ausgehungerten Vampire angegriffen wird, ohne, dass dieser sich ihr vorher vorgestellt hat. Gut, dass Alexia ein sogenannter Preternatural ist. Ein Mensch ohne Seele. Daher verlieren alle Supernaturale Wesen, wie Vampire und Werwölfe ihre speziellen Kräfte, wenn sie sie berühren. Mit einem dezenten Hieb ihres Sonnenschirmes streckt sie den unerhörten Vampir nieder. Blöderweise ist dies allerdings eine gewisse Straftat und prompt findet sie sich in der Gesellschaft von Lord Conall Maccon wieder, dem Chefinspektor in Paranormalen Angelegenheiten, Alphawerwolf und verflucht sexy. Sie schließt sich seinen Ermittlungen an und zusammen versuchen sie rauszufinden, was da los ist mit den Londoner Vampiren.

Alaxia Tarabotti ist ein herrlich erfrischender Buchcharakter, der mir direkt schraubstockfest ans Herz gewachsen ist. Sie ist überspitzt, ein wenig naiv und irgendwie altbacken. Dazu kommt eine Portion Ironie, italienische Abstammung eine zu große Nase und fertig ist Alexia Tarabotti. Kommt dann noch ein sexy Gentleman wie Lord Maccon dazu, der zufällig auch noch ein höchst männlicher Alphawerwolf und Chefinspektor ist hat das Buch mich eigentlich schon zu 100% überzeugt. Es war absolut herrlich Alexia und Lord Maccon, die eine gewisse Vergangenheit miteinander und definitiv einen Draht zueinander haben, obwohl die versuchen den zu verdrängen, zusammen zu beobachten und sie durch die Geschichte zu begleiten. Mir sind die (Haupt)charaktere in Büchern sehr sehr wichtig. Sind diese mir nämlich unsympatisch oder fange ich gar an sie zu hassen hat das gesamte Buch bereits verloren, egal wie toll die Geschichte selber ist. Die Protagonisten sind einfach zu wichtig. In Soulless geht die Rechnung allerdings auf. Ich liebe Alexia Tarabotti und ich liebe Lord Maccon!

Der Plot selber ist allerdings auch nicht zu verachten. London ist wirklich die einzige Stadt, in der, meiner Meinung nach, Vampire und Werwölfe nicht völlig fehl am Platze sind. Vorallem in das historische London passen sie sehr gut und zusammen mit der Steampunk Atmosphere ist es einfach perfekt. Dass es sich neben Fantasy und History auch um einen Krimi handelt ist für mich nur Nebensache, auch wenn ich bekanntlich alles andere als ein Krimi Fan bin.

Soulless zu lesen hat mir wirklich, wirklich spaß gemacht. Das Buch bietet alles, was mein Herz begehrt. Tolle Charaktere, ein wunderbarer Handlungsort zu einer höchst interessanten Zeit, eine durchaus spannende Handlung und einen tollen Humor, passend zum Buch: Very british. Ich bin schon im Besitz des zweiten Teiles der Parasol Protectorate Reihe namens Changeless und werd ihn sicher in naher Zukunft lesen.
Mittlerweile ist Soulless übrigens auch auf deutsch erschienen unter dem Titel Glühende Dunkelheit im Blanvalet Verlag.

von Sally am Sonntag, 29 Mai, 2011 um 17:51 Uhr
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» Peter Behrens – Das Gesetz der Träume

Geschrieben von Sally am Montag, 31 Januar, 2011 | 586 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: The Law of Dreams
Genre: History, Drama
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Ausgabe: 1. Auflage Taschenbuch
Seiten: 555
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3596183159
Preis: 9,95€
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Inhalt: Irland 1846: Für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht nur seine Familie, sondern alles, was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools und schließlich sogar auf die andere Seite der Welt

Rezension: Der junge Fergus wächst mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer kleinen Hütte auf einem Berg in Irland auf. Seine Eltern bestellen Kartoffelfelder für den reichen Bauern Carmichael. Als die gesamte Ernte von der Kartoffenfäule heimgesucht wird, wirft Carmichael die Familien aus ihren Hütten und runter von seinem Berg. Fergus’ Familie weigert sich. Sie verhungern unweigerlich. Fergus ist der einzige Überlebende. Er muss mit ansehen, wie Carmichaels Söhne seine Hütte und die Körper seiner Familie verbrennen. Er wird in ein Armenhaus  gebracht und von dort beginnt seine lange, erschwerliche Reise in ein neues Leben.

Peter Behrens’ Gesetz der Träume ist wohl hauptsächlich ein sehr trauriges und erschütterndes Buch. Vorallem anfangs hat es Fergus nicht leicht. Er leidet nahezu ständig an Hunger und Kälte, hat seine Familie verloren und kennt sich überhaupt nicht aus in der Welt. Er irrt von einem Ort zum anderen und trifft auf allerhand bizarre Leute, die ihm helfen und die ihn weiter bringen. Fergus ist ein recht sympathischer Junge, auch wenn ich seine Entscheidungen und seine Anschichten manchmal nicht ganz verstehe und ihm darum auch nicht folgen kann. Dennoch schließt man ihn ins Herz und ist interessiert daran, wohin ihn seine Reise tragen wird. Viele Charaktere, auf die der Junge während seiner Reise trifft verschwinden leider eben so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder hätte ich als Leser gerne noch mehr über den ein oder anderen erfahren, aber das blieb mir leider vergönnt.

Sehr erstaunt war ich über die Wandlungen der Ausdrücke und des Schreibstiles im Buch. Es liest sich anfangs sehr fein und beinahe schon poetisch und dann plötzlich wird die Handlung lapidar abgehandelt und mit recht vulgärer Wortwahl gespickt. Letztendlich muss ich sagen, passt dieser einfache Stil aber viel besser zu dem Buch passt als das ausschmücken der Sätze bis zum Erbrechen und da dieser Stil vorherschend ist in diesem Buch, gibt es da letztendlich nicht so viel zu mäkeln.

Was die Handlung angeht, finde ich dass Fergus im Vergleich zu anderen Iren in diesem Buch sehr viel Glück hatte. Man leidet die ersten Kapitel mit ihm, aber dann wendet sich sein Schicksal und eigentlich muss man sagen, verläuft sein weiteres Leben gar nicht mal so schlecht. Also, wer “ein Epos der Gefühle” sucht, dessen Geschichten einen mit “ungeheurer Wucht von Seite zu Seite treibt”, wie es der Klappentext von Das Gesetz der Träume verspricht, der muss leider weitersuchen. Das Buch ist weder das eine noch das andere aber das hätte es bestimmt sein können, wenn der Autor Fergus’ Geschichte anders erzählt und ihn andere Wege hätte gehen lassen.

Das Gesetz der Träume ist wieder so ein Buch, das passend zu lesen ist, wenn man sich für das Thema interessiert. Es ist weder ein herausragender historischer Roman, noch eine wirklich spannende Erzählung. Es ist einfach eine Geschichte. Ganz nett erzählt, aber einfach nichts, was man unbedingt lesen sollte.

von Sally am Montag, 31 Januar, 2011 um 17:20 Uhr
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» Dan Simmons – Drood

Geschrieben von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 | 821 views. | 8 Kommentare


Originaltitel:
Drood
Genre: History, Krimi
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2010 (TB, 1. Auflage)
Seiten: 976
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453408067
Preis: 10,99€
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Inhalt: London im Jahr 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit: Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe. Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Rezension: Nachdem Dan Simmon’ Terror eine nachhaltige Wirkung auf mich hatte, habe ich ein paar Monate gezögert mich seinem zweiten historischen Roman Drood zuzuwenden. Denn eigentlich hat mich der Inhalt dieses Buches gar nicht interessiert. Ich hatte kein Interesse an Charles Dickens, noch an einem mysteriösen Fremden. Doch als ich das Buch dann in der Buchhandlung liegen sah habe ich es kurzerhand mitgenommen und auch gleich zu lesen angefangen, aus Angst, es sonst monatelang ungelesen im Regal liegen zu haben.

Der Erzähler dieser Geschichte ist William Wilkie Collins, ein Autor und guter Freund und Weggefährte des Unnachahmlichen Charles Dickens. Dickens erzählt ihm von dem schrecklichen Eisenbahnunglück am 9. Juni 1865 in Staplehurst, bei dem viele Menschen ums Leben kamen. Dickens selber saß ein einem der Waggons und überlebte unverletzt. Als er den Verletzten helfen wollte, stieß ein merkwürdiger Mann zu ihm. Er stellte sich als Drood vor. Dickens behielt ihn in Erinnerung. Ein Mann mit einem langen, schwarzen Opernumhang und einem Zylinder, mitten im Sommer, mit heller, fast weißer Hautfarbe, dem die Nase und einige Finger fehlten. Dickens erzählt seinem Freund Wilkie von dieser Begegnung und seither verfolgt Dickens Drood und Drood Dickens. Auf seiner Suche nach dem mysteriösen Mann verschlägt es Dickens und Wilkie in die finstersten Ecken des viktorianischen Londons, in die Unterstadt und in so manche zwielichtige Etablissements. Doch irgendwann gerät alles ausser Kontrolle und Wilkie wird tiefer in die Sache hineingezogen als er eigentlich möchte.

Die ersten 400 bis 500 Seiten des Buches sind anstrengend gewesen. Man lernt zunächst Wilkie Collins kennen, er erzählt über sich und seine Freundschaft zu dem zu dieser Zeit berühmstesten Autor Englands. Er schildert das Eisenbahnunglück, das Dickens überlebt hat und führt den Leser langsam an Drood heran. Doch leider schweift er sehr häufig ab und liefert Geschichten und Anekdoten über irgendwelche Familienmitglieder oder Bekannte, die überhaupt nicht wichtig sind und auch nicht besonders interessant. Er schreibt seitenweise über Dickens und seine Veröffentlichungen, vergleicht diese, erzählt über seine Theaterstücke und deren Schauspieler, so dass man einige Zeit gar nicht in der Geschichte selber weiter kommt. Ich würde fast meinen das der Autor Dan Simmons damit ca. die Hälfte seines Buches gefüllt hat. Hin und wieder begleitet man Wilkie und Dickens dann auf ihren Suchen durch die übelsten Viertel Londons und ist wieder kurze Zeit völlig gebannt von diesem Teil, bis Wilkie wieder über irgendetwas völlig anderes und unbedeutendes schreibt.

Dennoch bin ich an dem Buch dran geblieben, auch wenn es mir vorallem in dieser ersten Hälfte teilweise sehr schwer fiel. Der Grund ist ganz einfach: Selbst wenn Dan Simmons über die todlangweiligsten Dinge schreibt, die einem einfallen können so schreibt er doch wahnsinnig gut. Selbst wenn es einen überhaupt nicht interessiert, was dort geschrieben steht bleibt man dran und genießt die Art, wie Dan Simmons seine Bücher scheibt. Das war auch schon in Terror so (Obgleich dieses Buch nur sehr sehr selten und wenn dann nur ganz kurz als langweilig zu bezeichnen ist). Man erfährt sehr viel über das Leben im viktorianischen London. Eher über das Leben wohlhabenderer Leute, denn Wilkie interessiert sich so gar nicht für die Armut und die Menschen in den Elendsvierteln der Stadt. Als er und Dickens zum ersten Mal eine solche Gegend betreten ist es auch für den Leser wie für Wilkie eine neue und schreckliche Erfahrung.

Hat man dann diesen Part überstanden wird man mit weiteren 500 Seiten einer sehr sehr spannenden und gruseligen Geschichte belohnt. Wilkie taucht immer tiefer in das Geheimnis von Drood ein, Dickens verändert sich in den letzten Jahren seines Lebens und dann kommt das Ende, das den Leser meiner Meinung nach kurz ein wenig in der Luft hängen lässt, bis man darüber nachgedacht hat und wirklich erstaunt ist. Ich hätte nämlich mit diesem Ende nicht gerechnet. Aber es ist besser als alles, was ich erwartet hätte.

Vor allem Wilkie Collins ist ein sehr sympathischer Mensch, jedenfalls lernt man ihn als einen solchen kennen. Er beschreibt Dickens ganz objektiv, so wie er für ihn war. Ich selber fand Dickens dadurch ein wenig unsympathisch und arrogant aber das passte sehr gut in die Geschichte hinein. Was mich sehr beeindruckt hat war die Genauigkeit und Detailtreue, die Dan Simmons an den Tag legt. Die Geschichte in diesem Buch hätte genau so passiert sein können. All die merkwürdigen Ereignisse, die Veränderungen Dickens und Wilkies fügen sich natlos an wahre historische Fakten an, sodass man fast meinen könnte diese Erzählung von Wilkie Collins beruhe auf einer wahren Begebenheit. Drood ist wirklich erstaunlich gut durchdacht.

Auch wenn ich sage, dass die ersten 500 Seiten zum größten Teil aus vielen langweiligen, unwichtigen Geschichtchen besteht gebe ich dem Buch 4 Sterne, die es definitiv verdient hat. Man würde vielleicht meinen ich sei verrückt. Immerhin bestehen viele eigenständige Romane ja schon aus 500 Seiten. Dennoch liest man es und wenn man diese 500 Seiten geschafft hat, dann wartet eine wirklich spannende Geschichte auf den Leser, die den großen Hänger am Anfang vergessen lässt. Zusammen mit der einmaligen Art, in der das Buch geschrieben ist, ist Drood ein wirklich gutes Buch. Aber nicht für jeden. Wer sich mit 500 langweiligen Seiten schwer tut, der wird es möglicherweise nicht schaffen zum spannenden Teil zu kommen.

von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 um 15:32 Uhr
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» Victoria McKernan – Schiffbruch in der Antarktis

Geschrieben von Sally am Dienstag, 4 Januar, 2011 | 895 views. | 4 Kommentare


Originaltitel: Shackleton’s Stowaway
Genre: History, Jugendbuch
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2010
Seiten: 384
Verlag: dtv Junior
ISBN: 978-3423714341
Preis: 7,95€
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Inhalt: Ein Abenteuer erleben, das will der 18-jährige Perce, als er sich 1914 als blinder Passagier auf das Forschungsschiff Endurance schleicht. Und es wird ein Abenteuer, ein Abenteuer auf Leben und Tod. Auf ihrer Expedition in die Antarktis wird das Schiff nämlich vom Packeis eingeschlossen. Und es kommt noch schlimmer: Als das Eis taut, sinkt das Schiff und die gesamte Besatzung treibt auf einer Eisscholle im offenen Meer.

Rezension: Die spannendsten Geschichten sind die, die auch wirklich passiert sind. Das finde ich jedenfalls. Deswegen habe ich seit einiger Zeit, genaugenommen seit ich Terror von Dan Simmons gelesen habe einen Faible für Bücher über Arktisexpeditionen. Es ist wirklich unglaublich, was viele Männer früher auf sich genommen haben, nur um an einen menschenfeindlichen Ort zu kommen und diesen als erster zu erkunden. Wenn sie Glück hatten kamen sie mit Erfrierungen davon, wenn sie Pech hatten sank ihr Schiff, sie mussten monatelange Gewaltmärsche über sich ergehen lassen, litten an der Kälte, an Hunger und Skorbut. Schiffbruch in der Antarktis ist die Erzählung der Endurance-Expedition 1914 bis 1917.

Als blinde Passagier schleicht sich der junge, abenteuerlustige Perce Blackboro an Bord der Endurance die unter dem berühmten Entdecker Ernest Shackleton aufbricht um an den Südpol zu gelangen. Doch kurz vor ihrem Ziel wird das Schiff im Packeis eingefroren und zerdrückt. Die Mannschaft verlässt das sinkende Schiff und macht sich über das Eis auf den gefährlichen und ungewissen Weg zurück gen Norden. Sie leiden an den monatelangen Gewaltmärschen in denen sie nur wenige Kilometer täglich vorrankommen. Die Kälte ist unerbittlich und viele Männer leiden an erfrierungen. Bis sie endlich die kleine Inselgruppe Elephant Island erreichen. Doch auch hier ist noch keine Rettung in Sicht.

Schiffbruch in der Antarktis ist in erster Linie ein Kinder- bzw. Jugendbuch. Auf heikle Situationen, auf die die Protagonisten in diesem Buch oft stoßen wird nicht im besonderen Fall eingegangen. Viele dieser Ereignisse bekommt der Leser nur am Rande mit. Es wäre sicher interessanter und spannender gewesen gerade darüber etwas mehr zu erfahren und etwas tiefer in die Gefühle und Gedanken der Mannschaft zu tauchen, aber da es sich nun einmal um ein Kinder- und Jugendbuch handelt, sehe ich darüber hinweg. Mir ist klar, warum sich die Autorin nicht mit Amputationen und dem Pinguinjagen aufgehalten hat, obwohl das ja der  hauptsächliche Alltag der Männer war, der Kampf gegen die Kälte, den Hunger und die Krankheiten. Es passte wohl nicht in ein Kinder- und Jugendbuch.

Dennoch ist das Buch nicht uninteressant. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie die Expeditionsteilnehmer, die so plötzlich ihr sicheres Schiff verlassen müssen und auf Eisschollen umhertreiben mit der plötzlichen Umstellung und der Angst ob sie dies alles auch überleben umgehen. Ich, die ich ja schon einige Bücher über Polarexpeditionen gelesen hat, muss allerdings sagen, dass die Mannschaft der Endurance es eigentlich nicht so schlecht getroffen hat. Sie froren natürlich bitterlich mussten wochenlang schwere Schlitten über das raue, weil Salzwasser, Eis schleppen und hatten keine Ahnung ob es was bringt, was sie dort tun, ob sie all das überleben. Doch hatten sie durch viele Pinguin Schwärme immer genug frisches Fleisch, wodurch das Skorbutrisiko sehr gemindert wurde und ihr Überleben in dieser Hinsicht gesichert war. Gut, irgendwann hängt einem Pnguingulasch sicher aus den Ohren raus, aber sie hatten wenigstens etwas zu essen. Andere, wie zum Beispiel die Männer der Franklin Expedition, hatten da nicht so viel Glück. Sie verhungerten, wenn sie nicht vorher schon an Skorbut langsam gestorben waren,

Daran wie das Buch geschrieben ist merkt man auch seine Funktion als Kinder- und Jugendbuch. Es hört sich recht “modern” an, obgleich 1914 bis 17 natürlich noch nicht so lange her ist. Es werden auch keine großartigen Fachausdrücke benutzt. Alles ist eher einfach gehalten und lässt eigentlich nicht auf einen historischen Roman schließen. Die Fakten und Ereignisse und das ist bei solchen Büchern meiner Meinung nach sehr wichtig scheinen durchweg korrekt zu sein. Die Autorin sprach mit den Angehörigen des jungen Perce und las diverse historische Aufzeichnungen. Auch mein Vater, der irgendwie alles weiss, hat mir die Geschichte rund um diese Expedition genau so geschildert wie sie im Buch stand.

Schiffbruch in der Antarktis ist für Leser, die gerne wahre Geschichten lesen möchten, sich nicht von der einfachen Erzählung abschrecken lassen und nur genauso viel erfahren wollen wie nötig, um zu wissen, was genau passiert ist. Ich hätte mir gerne etwas mehr Emotion gewünscht, die hätte das Buch nämlich aufgepeppt. Aber letztendlich ist Schiffbruch in der Antarktis durchaus lesbar und interessant.

von Sally am Dienstag, 4 Januar, 2011 um 19:33 Uhr
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