Posts Tagged ‘Thriller’

» Richard Laymon – Der Pfahl

Geschrieben von Sally am Sonntag, 9 Oktober, 2011 | 414 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: The Stake
Autor/en: Richard Laymon
Genre: Horror, Thriller
Reihe: / Band: /
Seiten: 589
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675803
Format: Taschenbuch
Sprache: deutsch
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Während eines Ausfluges in die kalifornische Wüste stoßen der Horrorautor Lawrence “Larry” Dunbar, seine Frau Jean und deren Freunde Pete und Barbara auf eine verlassene Geisterstadt namens Sagebrush Flat. Abenteuerlustig wie sie sind erkunden sie die verfallenen Gebäude und finden ein altes Hotel, das merkwürdigerweise vor nicht allzu langer Zeit mit einer Kette und einem Schloss verriegelt wurde. Die Neugier packt die vier und sie beschließen in das Hotel einzudringen. Dort, unter der zerfallenen Treppe des Hotels finden sie einen Sarg, mit der mumifizierten Leiche einer jungen Frau. In ihrer Brust steckt ein hölzerner Pfahl. Geschockt von ihrem Fund fliehen die vier, in der Absicht zu vergessen, was sie dort in dem verlassenen Hotel gefunden haben. Doch Larry und Pete lässt der Gedanke an die Leiche nicht los. Wer hat das Mädchen ermordet, warum wurde sie in ihrem Sarg in diesem Hotel versteckt und die wichtigste aller Fragen: Warum hat der Mörder ihr einen Pfahl durch die Brust getrieben? Ist das mysteriöse Mädchen unter der Treppe vielleicht ein Vampir?

Larry beschließt ein Buch über das Mädchen zu schreiben und zusammen mit Pete geht er zurück, um ihre Leiche aus dem Hotel zu holen und zu dokumentieren, wie sie den Pfahl herausziehen. Bald findet Larry heraus, wer das tote Mädchen ist und dass zur Zeit ihrer Ermordung weitere Mädchen verschwunden sind und er verstrickt sich immer tiefer in ihre Vergangenheit und dann ist da ja noch die Frage, ob es sich wirklich um einen Vampir handelt und was passiert, wenn sie den Pfahl entfernen?

Man sollte von Der Pfahl nicht erwarten, dass man in Laymon Manier einen Vampirroman präsentiert bekommt, wie es der Klappentext möglicherweise vermuten lässt. Eigentlich geht es in diesem Buch gar nicht wirklich um den Vampir. Es geht viel eher um Bonnie, das Mädchen hinter dem vermeintlichen Vampir und ihre Ermordung. Larry stellt ein paar Nachforschungen an und findet einiges über sie und ihrer Vergangenheit heraus und ist nahezu “besessen” von ihr. Im Buch gibt es aber noch einen zweiten Handlungsstrang, nämlich den von Larrys Tochter Lane.

Lane hat ein paar Probleme mit ihrem sexbessesenen Freund Jim und erwischt sich dabei, wie sie sich langsam in ihren Lehrer Mr. Kramer verliebt. Sie bleibt nach dem Unterricht länger und hilft ihm beim Korrigieren der Arbeiten. Doch Mr. Kramer ist nicht der nette, gutaussehende, sympathische Lehrer, der ihr bei einem Angriff eines Mitschülers zur Hilfe eilt und besorgt um ihre Sicherheit ist. Er hat ganz andere Pläne mit Lane, als ihr vielleicht lieb ist.

Lanes Geschichte macht mindestens ein Drittel des Buches aus und ich fand ihre Geschichte fast interessanter als die Geschichte um Bonnie und Larrys Buch. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich Lane ziemlich sympathisch fand. Denn Larry und Pete sind zwei Idioten. Wer würde nachts in eine verlassene Geisterstadt fahren um die Leiche eines ermordeten Mädchens zu bergen und sie in ihrer Garage zu verstecken? Aber solche Charaktere machen Richard Laymons Bücher aus. Sie stolpern von einem großen Fehler in den nächsten und steigen immer tiefer hinab in die Geschichte, die sie nicht mehr loslässt und auch sehr schnell den Leser fesseln kann. Dennoch lässt sich über die Naivität und Dummheit der Charaktere in Der Pfahl gut und gerne häufig den Kopf schütteln. Ohne Lanes Geschichte wäre das Buch allerdings nur halb so interessant gewesen.

Gerade in diesen Kapiteln fiel mir, vor allem zum Schluss hin auf, dass dieser Laymon ein wenig “züchtiger” ist, als die anderen Bücher, die ich von ihm gelesen habe. Wo er in Romanen wie zum Beispiel Die Insel nicht mit brutalen Einzelheiten geizt setzt er in Der Pfahl einen Punkt und geht nicht weiter auf die Geschehnisse ein. Dem Leser bleibt es überlassen sich auszumalen, was dort den Protagonisten, in diesem Fall hauptsächlich Lane, passiert ist. Dennoch ist auch dieses Buch nichts für schwache Nerven. Wer ein Problem mit Gewalt, Blut und Vergewaltigungen hat, der sollte einen Bogen um Laymon machen, auch um Der Pfahl, selbst wenn es, wie ich finde eines der “dezenteren” Bücher von ihm ist.

Der Pfahl ist also mal wieder ein Buch von Richard Laymon, das ich wirklich gerne gelesen habe und mich von dem ersten, bis zum letzten Wort absolut unterhalten hat.

von Sally am Sonntag, 9 Oktober, 2011 um 13:53 Uhr
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» Simon Beckett – Tiere

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 17 März, 2011 | 1052 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Animals
Genre: Horror, Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2011
Ausgabe: 1. Auflage
Seiten: 288
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3499249150
Preis: 9,99€
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Inhalt: Manche Menschen sind Tiere. Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist meistens ganz guter Laune. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im Pub, den seine Eltern früher führten und in dem Nigel jetzt wohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel interessiert sich sowieso mehr für Fernsehen und Comics. Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine Mitbewohner. Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel nicht …

Rezension: Tiere ist mein erstes Buch von Simon Beckett. Offenbar etwas gewagt, denn bei Amazon hat dieses Buch keine besonders gute Rezensionen bekommen. Eher im Gegenteil. Also hab ich nicht vermutet, dass es mir gefallen würde, obgleich mich der Klappentext ansprach. Aber ein Versuch war es auf jeden Fall wert.

Nigel ist ein junger Mann, der nach dem Tod seiner Eltern alleine in einem geschlossenen Pub lebt. Er führt ein ganz normales Leben. Arbeitet in einem Büro für Arbeitsförderung und ist in eine Arbeitskollegin verliebt, guckt gerne Filme und liebt es Comics zu lesen. Er mag vielleicht ein bisschen merkwürdig und naiv erscheinen, aber denoch scheint er ein ganz normaler Mensch zu sein. Doch er hat ganz unten im Keller seines Pubs ein kleines, dunkles Geheimnis. Seine Tiere.

Für mich hörte sich der Klappentext schon ein bisschen an, wie etwas von Richard Laymon oder Jack Ketchum. Also genau das Richtige. Ich hab das Buch letztendlich auch sehr schnell durchgelesen allerdings finde ich, dass der Klappentext auf dem Buchrücken des Buches nicht wirklich etwas mit dem tatsächlichen Inhalt des Buches zu tun hat. Es geht nur sehr nebensächlich um Nigels kleines Geheimnis. 90% des Buches sind gefüllt mit dem eher flachen Leben von Nigel und seiner Familie. Das Buch ist für “hartgesottenere” Leser wie mich nicht sehr aufregend. Nigels Leben mag vielleicht kein Normales sein und es ist wirklich recht interessant das Buch zu lesen, darum habe ich es auch zuende gelesen, denn ich wollte einfach gerne alles über Nigel erfahren, was das Buch hergab aber es hat mich in keinster weise wirklich vom Hocker gehauen oder mich geschockt. Wäre etwas mehr von Nigels Geheimnis Thema des Buches gewesen, dann hätte es wirklich interessanter sein können.

Das Buch ist in einer sehr sehr einfachen Schreibart verfasst. Ich kann nicht vergleichen wie Simon Beckett sonst schreibt, aber ich denke seine Bücher wären nicht so bekannt, wenn er wirklich so schreiben würde wie in Tiere. Manchmal kam es mir so vor, als hätte ein Kind dieses Buch geschrieben. Aber ich denke das ist gewollt, denn das Buch ist aus der Sicht von Nigel geschrieben, der offenbar eine geistige Behinderung hat und daher passt der kindliche Stil wunderbar zu diesem Buch und zu Nigel. Es hätte nicht gepasst, hätte Beckett einen hochgestochenen Stil verwendet.

Letztendlich ist Tiere ganz ok. Die Idee ist super, an der Umsetzung mangelt es etwas. Dennoch fand ich es für zwischendurch ganz passend und ich habe es gerne zuende gelesen, denn ich wollte wirklich gerne wissen, wie es aus geht Und ich muss auch sagen, dass Nigel mir irgendwie auch ganz sympathisch war. Möglicherweise werde ich in Zukunft noch mehr von Simon Beckett lesen, allerdings nicht seine Bestseller Die Chemie des Todes, Kalte Asche und Co. die interessieren mich nämlich überhaupt nicht. Ich warte einfach ab, was da noch kommt.

von Sally am Donnerstag, 17 März, 2011 um 20:46 Uhr
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» Richard Laymon – Finster

Geschrieben von Sally am Samstag, 11 Dezember, 2010 | 670 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Night in the lonesome October
Genre: Thriller, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2010
Seiten: 544
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675834
Preis: 9,99€
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Klappentext: Es ist eine stürmische Oktobernacht, in der Ed Logan von seiner Freundin sitzengelassen wird. Verzweifelt und mit gebrochenem Herzen wandert er durch die einsamen Straßen. Er bemerkt ein hübsches, fremdes Mädchen und beschließt, ihr zu folgen. Doch wer hätte ahnen können, welche tödlichen Geheimnisse diese Nacht für ihn bereithält?

Rezension: Wiedereinmal habe ich alles andere abgebrochen für einen neu erschienenen Laymon. Zu Recht, denn bisher wurde ich von keinem Laymon enttäuscht und so hat auch Finster mir wieder ausgezeichnet gefallen.

Wer Bücher von Richard Laymon kennt oder davon nur gehört hat, weiss dass diese meist vor Sex, Blut und Gewalt nur so strotzen. Selten kommen mal 50 Seiten ohne irgendeine gruselige oder gewalttätige Sequenz. So ist man das als Fan von Laymons Werken gewohnt. Finster ist da etwas anders. Es ist eher ein ruhiges Buch, in dem auch viele ganz normale und alltägliche Sachen passieren. Man könnte fast meinen in diesem Buch ginge es um einen ganz normalen Studenten, den man eine Woche lang durch das Buch begleitet. Aber natürlich kommt auch Finster nicht ohne Sex und Mord aus, dann wäre es nämlich einfach kein richtiger Laymon. Denoch ist es wirklich nicht langweilig.

Wie gewohnt hat mich vorallem Laymons Ausdrucksweise und seine Art mit Handlungen umzugehen fasziniert. Er schafft es die langweiligsten und banalsten Sachen wirklich interessant zu schreiben, sodass man eigentlich kaum gelangweilt sein kann und dann wiederrum beschreibt er gruselige Szenen so gruselig, dass selbst mir, die ich ja eigentlich nicht besonders anfällig für solche Sachen bin, die Härchen an den Armen zu Berge stehen. Selbst wenn nicht so viel passiert wie in den anderen Laymon Büchern ist Finster doch total spannend und lesenswert.

Letztendlich kann ich nur das schreiben, was ich immer zu einem Laymon schreiben würde: Ein Roman von Richard Laymon ist für Fans dieses bestimmten Genres. Wer ein Problem mit sinnlosem Mord, gestörten Charakteren und Vergewaltigungen hat der wird keine Freude haben an seinen Büchern, egal an welchem. Wer aber gerne mal in solche Abgründe eintaucht und sich einfach nur in dieser Art unterhalten lassen will, der ist wie immer gut beraten mit einem Buch von Laymon.

von Sally am Samstag, 11 Dezember, 2010 um 20:54 Uhr
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» Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

Geschrieben von Sally am Montag, 22 November, 2010 | 1085 views. | 12 Kommentare


Originaltitel: Beautiful Malice
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2010
Seiten: 320
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250030
Preis: 16,95€
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Inhalt: Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine mehr als überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie im Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…

Rezension: Über Die Wahrheit über Alice hat man in letzter Zeit sehr viel gehört. Es wurde an jeder Ecke im Internet angepriesen, überall sieht man Blogartikel oder Empfehlungen und sogar im New Yorker gab es eine Leseprobe sowohl in schriftlicher- als auch mündlicher Form über die Lautsprecher. Die Geschichte hinter Die Wahrheit über Alice hört sich ja auch sehr interessant an, aber das wars leider auch schon.

Katherine ist von Melbourne nach Sydney umgezogen und geht auf eine neue Schule. Dort versucht sie möglichst nicht aufzufallen. Sie macht ihre Schularbeit und hält sich im Hintergrund. Doch eines Tages lädt Alice, eines der beliebtesten Mädchen der Schule sie zu ihrer Geburtstagsparty ein. Nach anfänglichem Zögern willigt Katherine dann ein und verbringt eine schöne, spaßige Feier an Alice Seite. Seither sind sie Freunde, sie unternehmen viel, haben Spaß und Katherine erzählt ihr ein Geheimnis,, das sie eigentlich niemandem erzählen wollte, etwas aus ihrer Vergangenheit, das sie eigentlich in Melbourne hinter sich lassen wollte. Sie vertraut Alice, doch plötzlich ändert sich das Mädchen. Sie beginnt grausam zu werden, fängt an unangenehm zu werden und Katherine möchte Alice irgendwann nur noch los werden, doch Alice lässt sich nicht so einfach abschütteln.

Das Buch benötigt wohl gute PR, denn mit einem  spannenden Inhalt kann es leider nicht aufwarten. Die Wahrheit über Alice plätschert so seicht daher mit unglaublich vielen langweiligen Stellen und Dialogen, die sinnfrei und uninteressant sind. Es passiert eigentlich nicht viel. Ständig wird dem Leser aber erzählt wie grauenvoll und brutal Katherines Geheimnis um ihre kleine Schwester Rachel ist, dass man irgendwann total genervt ist und wissen will, was den da so schrecklich ist, das ständig am Ende jedes Kapitel angepriesen wird und offenbar die Spannung und somit die Geschichte aufwerten will. Leider klappt das aber nicht so richtig. Es frustriert eher. Ich hasse es einfach, wenn in einem Buch ständig irgendetwas erwähnt wird, das erst sehr viel später geklärt wird und dabei nicht mal das Hauptthema des Buches ist.

Wenn man die sinnfreien Dialoge, die eigentlich nicht zum Plot gepasst haben und die vielen Lückenfüllerhandlungen weggelassen hätte, wäre es kein Problem Die Wahrheit über Alice auf 50 Seiten zu kürzen und trotzdem noch alles Wichtige zu erfahren. Alice selber, die als grausam und als Albtraum bezeichnet wird hat letztendlich einen Grund, warum sie ihr Verhältnis zu Katherine geändert hat. Sie hat wohl einen leichten psychischen Knacks, aber es wäre kein Problem für Katherine gewesen sich vor Alice zu “schützen”. Wie das Buch letztendlich mit Mick, Katherines Freund, ausgegangen ist, ist meiner Meinung nach ein klarer Fall von “Selbst Schuld”, was mich wieder ein wenig wütend gemacht hat, dass ich ein paar Stunden damit verschwendet habe, so ein unbefriedigendes Ende zu lesen. Sowieso sind die Handlungen der Charaktere sehr bleiern, naiv und gar total dämlich. Ich konnte sie nicht nachvollziehen. Hätten sie anders gehandelt, sich anders verhalten, dann wäre es gar nicht so weit gekommen. Gut, dann gäbe es auch kein Buch  (oder ein mehr durchdachteren Plot), aber letztendlich wäre das dann auch nicht so schlimm gewesen.

Die Wahrheit über Alice kann man sich getrost klemmen. Ein Buch über eine psychisch labile Stalkerin zu lesen wäre ja ganz interessant, aber mit diesem Buch ist man da völlig falsch beraten. Es ist langweilig, undurchdacht und total sinnlos. Einen Stern vergebe ich schlicht für die Tatsache, dass das Buch es trotzdem geschafft hat und mich dazu gezwungen hat es zuende zu lesen weil ich wissen wollte, wie es denn aus geht, was ich mir letztendlich aber auch hätte ersparen können. Schade, dass heutzutage einfach die falschen Bücher so dermaßen promoted werden. Definitiv keine Leseempfehlung.

von Sally am Montag, 22 November, 2010 um 12:48 Uhr
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» David Ball – China Run

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 18 November, 2010 | 485 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: China Run
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. April 2007
Seiten: 544
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426635278
Preis: 8,95€
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Inhalt: Lange hat Allison Turk sich ein Kind gewünscht. Als sie schließlich im fernen China ihr Adoptivbaby Wen Li in Empfang nehmen darf, ist ihr Glück vollkommen. Mit einer Gruppe frisch gebackener Eltern rüstet sie zum Aufbruch in die Heimat – da schlägt eine Nachricht wie eine Bombe ein: Aufgrund einer Anordnung der Behörden müssen alle Kinder binnen einer Stunde zurückgegeben werden. In Panik verlässt Allison mit ihrem Töchterchen das Hotel und befindet sich zusammen mit zwei anderen Paaren in der schwierigsten Situation ihres Lebens. Auf einmal sind sie Kidnapper und befinden sich auf einer nervenzerreißenden Flucht – nicht der Schnellste wird überleben, sondern der Stillste, Klügste und Listigste …

Rezension: China Run war ein Zufallskauf. Es lag vor mir als Mängelexemplar für 2,95€. Ich hatte schonmal etwas darüber gelesen und mir den Titel auch mal aufgeschrieben, das ist aber schon Jahre her und als es da so zufällig für wenig Geld vor mir lag wär ich ja blöd gewesen es nicht zu kaufen.

Die Protagonistin in China Run ist wohl hauptsächlich die Amerikanerin Allison Turk, die zusammen mit ihrem Stiefsohn Tyler und fünf weiteren amerikanischen Familien nach China gekommen ist um dort ein Baby zu adoptieren, weil sie selbst keine Kinder mehr bekommen können. Man übergibt ihr die kleine Wen Li, ein quierliges Baby. Erst kommt es Allison mehr als merkwürdig vor ein fremdes Baby zu versorgen, aber dann erwärmt sie sich für Wen Li und beginnt das kleine Baby zu lieben. Doch plötzlich teilt ihr ihre Fremdenführerin mit, dass den Behörden ein schrecklicher Fehler unterlaufen ist und sie alle ihre Babies zurückgeben müssen innerhalb einer Stunde. Drei der sechs Familien beugen sich widerwillig ihrem Schicksal, aber die anderen drei nicht. Allison packt Tyler und Wen Li und zusammen brechen sie auf um die Repubik zu durchqueren und in die amerikanische Botschaft nach Gouangzhou zu gelangen. Aber bald werden sie gejagt von der Polizei und dem Militär und sie fallen als lao wai, als Ausländer mit heller Hautfarbe, zu sehr auf um unbemerkt durch das Land zu kommen. Eine Hetzjagd in einem fremden Land mit ungewissem Ausgang beginnt.

Ich sage Allison ist wohl hauptsächlich die Protagonisten, weil es in diesem Buch mal wieder so verdammt viele Charaktere gibt. Der Leser lernt derart viele verschiedene Charaktere und deren Funktion kennen, dass man sehr häufig gehörig durcheinander kommt. Man bekommt häufig vorallem chinesische Namen und Personen um die Ohren gehauen, dass man sich die niemals wirklich merken kann. Da gibt es die Amerikaner, die man so gerade noch auf die Kette kriegt, die Fremdenführerin, der Leiter des Weisenhauses, ein Major, ein Gangster, ein Arzt, dessen Familie, ein Polizist, deren Untergebene, irgendwelche Anwälte etc. pp. Viele davon sind gar nicht so wichtig, aber sie kommen im Buch verstreut häufig vor und wenn man dann vergessen hat, wer nochmal Ma Lin oder Quan Yi oder Yi Ling ist steht man schonmal blöd da, wenn sie irgendwann wieder auftauchen. Aber vor allem Allison und Tyler sind sehr sympathisch dargestellt und man konnte gut mit ihnen mitfiebern und für sie hoffen, dass sie unentdeckt bleiben und sich durch brenzliche Situationen durchlavieren können. Schonmal ein großes Lob für die Darstellung der Protagonistin.

Das der Autor sich sehr gut mit China auskennt, das merkt man sehr schnell. Er hat sowohl Ahnung von dem Land, als auch von den Leuten und der Sprache. David Ball schafft es dem Leser das Land neben der Geschichte ganz gut nahe zu bringen. Es war schön ein Buch von einem Autor zu lesen, der entweder wirklich Ahnung davon hat, was er schreibt oder dem Leser das ganz gut verkaufen kann…aber ich gehe davon aus, dass David Ball China so gut kennt. Auch seine Art zu schreiben hat mir sehr gefallen. Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen.

Warum habe ich China Run also “nur” 3 Sterne gegeben? Die Geschichte, so spannend sie auch sein mag, war teilweise so unnötig in die Länge gezogen, dass ich mich gezwungen sah manche Seiten schlichtweg zu ignorieren, sonst hätte ich das Buch bestimmt irgendwann frustriert in die Ecke geworfen und sprichwörtlich “drauf geschissen” wie es ausgeht, auch wenn mich das Ende wiederrum sehr interessiert hat. Man hätte dem Buch locker 150 Seiten entziehen können und die Geschichte wäre trotzdem noch sinnvoll und vorallem spannend(er). Das und die Überzahl an Charakteren schmälerte die Freude an dem Buch ziemlich. Ich habe auch einige Zeit dafür gebraucht es durchzulesen, weil ich zwischendurch einfach keine Lust hatte mich mit Charakteren rumzuquälen, deren Funktion ich sowieso schon wieder vergessen hatte, weil sie irgendwie nicht so wichtig sind oder gerade an einer der wirklich langweiligen Kapiteln hing.

Letztendlich ist China Run ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Man verpasst nichts, wenn man es lässt, aber man verplempert auch nicht allzuviel wertvolle Zeit, wenn man es dann doch tut. Wer ein Interesse an einem soliden Thriller hat oder China mag, der ist mit China Run gut beraten. Es ist einfach ein Buch das man liest, sich davon unterhalten lässt und es danach direkt wieder vergisst, weil es eigentlich keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

von Sally am Donnerstag, 18 November, 2010 um 21:43 Uhr
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» Klaus-Peter Wolf – Todesbrut

Geschrieben von Sally am Freitag, 29 Oktober, 2010 | 976 views. | Ein Kommentar


Originaltitel: Todesbrut
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 15. September 2010
Seiten: 479
Verlag: script5
ISBN: 978-3839001172
Preis: 14,95€
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Klappentext: Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen. Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort. Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt? Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns?

Rezension: Klaus-Peter Wolf kenne ich vor allem durch seine Ostfrieslandkrimis, die ich aber als bekennende Krimihasserin niemals in die Hand genommen hab. Aber man kennt diese Bücher eben einfach als Ostfriese, weil sie überall rumliegen. Todesbrut sticht ein wenig raus. Zwar spielt die Handlung auch in Ostfriesland (Emden und Borkum), aber diesmal ist es thrillerlastig.

Ich hätte ja gerne auch eine kleine, eigene Inhaltsangabe geschrieben, die ein bisschen mehr vom Buch verrät. Aber das ist schwer. Auf knappen 500 Seiten wartet das Buch mit dermaßen vielen Charakteren auf, dass eine passende Inhaltsangabe die Länge des Buches übertreffen würde. Für 500 Seiten sind die Protagonisten einfach ein paar zu viele. Erst nach der Hälfte des Buches hab ich es ganz gut auf die Kette gekriegt sie auseinander zu halten und sie ihren eigenen Geschichten, Ereignissen und Funktionen zuordnen können.

Die Charaktere sind wohl das allergrößte Manko an Todesbrut. Sie waren mir alle dermaßen unsympathisch, dass es mir völlig egal war was mit ihnen passierte. Eben weil es so viele von ihnen gab konnte ich mich auch nicht auf eine einzige Person konzentrieren. Ausserdem haben manche von ihnen so blöd gehandelt, dass ich sicher 200 Seiten durch nur den Kopf geschüttelt habe. Da gab es zum Beispiel diesen Jungen, dessen Namen ich vergessen habe, weil es in diesem Buch so viele Jungs gibt. Er flüchtet sich auf der Fähre in sein Auto um sich vor der Vogelgrippe zu schützen. Ein altes Ehepaar klopft an und bittet darum sich zu ihm ins Auto setzen zu dürfen. Sie sind alt und erschöpft und haben Angst. Der Mann bietet dem Jungen sogar Geld an. Bis zu 300€, mehr haben sie nicht dabei. Aber der Junge verweigert ihnen den Zutritt, weil er angst hat, dass einer von ihnen infiziert ist. Aber da kommen drei “geile Schnecken” um die Ecke, die zu allem Überfluss auch noch das alte Ehepaar verprügeln. Die Dame wird getreten, als sie ohnehin schon verletzt am Boden liegt, der Mann bekommt Schläge ins Gesicht und seine Brille wird mutwillig zertreten. Aber der Junge erlaubt diesen drei fragwürdigen Mädchen den Zutritt zu seinem Auto. Und auch als eine der drei plötzlich hohes Fieber bekommt und ganz offensichtlich infiziert ist schmeißt er sie nicht raus und das, obwohl er anfangs doch alles mögliche getan hat um sich vor dieser Krankheit zu schützen? Das ist dämlich. Äußerst dämlich. Das ganze Buch ist voll von solchen bescheuerten, unlogischen Handlungen. Auf der borkumer Promenade beobachten alle Leute, wie ein Helikopter ausser Kontrolle gerät und in die Nordsee stürzt. Keinen interessiert das. Aber dann werden am Strand Personen aus einem Flugzeug beschossen und da rennen alle hin um zu helfen… Ich kann gar nicht alles aufzählen, was ich total unsinnig und bescheuert fand.

Was mich auch sehr genervt hat ist, dass fast jede Person ständig nur zusammen mit ihrem Nachnamen genannt wurde: “Kai Rose ging hier hin, Ole Ost tat dies und das, Carlo Rosin sagte dazu…”. Das hat letztendlich auch nicht geholfen sich die Personen besser merken zu können. Im Gegenteil, ich hab sie fast noch mehr gehasst.

Was die Story ansich angeht, die wäre mit Sicherheit ganz annehmbar geworden, wenn mit den Charakteren (Die ja meiner Meinung nach ohnehin fast am allerwichtigsten sind) nicht so gepfuscht worden wäre. Ich denke ich hätte das Buch auch abgebrochen, wenn ich die Handlungsorte Borkum (Das zu unserem leeraner Landkreis gehört *007* ) und Emden nicht kennen würde, denn der Autor spart extrem mit Beschreibungen der Gegenstände und Orte. Nur die schönen langen Beine mancher Damen werden fein beschrieben. Damit kann man als Leser aber nix anfangen.

Mit Müh und Not gebe ich Todesbrut einen Stern. Ich hätte auch null vergeben können, aber letztendlich habe ich es ja auch gelesen (Auch, wenn ich die letzten 50 Seiten mehr schlecht als recht überflogen habe). Das Einzige was mich wirklich gereizt hat waren die Handlungsorte und die Tatsache, dass ich sie kenne. Todesbrut wird wohl mein erstes und letztes Buch von Klaus-Peter Wolf sein. Seine Ostfriesenkrimis interessieren mich ja sowieso nicht und wenn alle anderen, möglicherweise noch folgenden Thriller in der Art wie Todesbrut sind, dann lohnt es sich für mich absolut nicht meine Zeit damit zu verschwenden. Sehr schade eigentlich, aber da kann man wohl nix machen.

von Sally am Freitag, 29 Oktober, 2010 um 13:46 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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